Agave L. - Agave
© Jörg Hölzer, Saarbrücken
Pflanzenbeschreibung
- Pflanzenfamilie:
Asparagaceae - Spargelgewächse
Unterfamilie Agavoideae (Agavengewächse)
(Stand Februar 2010)
- Herkunft:
Trocken- und Wüstengebiete in den westlichen USA, sowie in Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika, die meisten Arten stammen aus Mexiko.
- Sortiment:
(Eine Auswahl) Agave angustifolia Haw., Agave americana L., Agave attenuata Salm-Dyck (Elefantentrompete), Agave cantala (Haw.) Roxb., Agave decipiens (Falscher Sisalhanf), Agave echinoïdes Lcobi, Agave filifera Salm-Dyck, Agave fourcroydes Lem., Agave heteracantha, Agave horrida Lem. ex Jacobi, Agave lechuguilla Torr., Agave letonae F.W. Taylor ex Trel., Agave lopantha Schiede, Agave parryi Engelm., Agave parviflora, Agave potatorum Zucc., Agave rigida (Sisalhanf), Agave saundersii, Agave sisalana Perrine (Sisal), Agave stricta Zucc., Agave tequilana F. A. C. Weber (Blaue Agave), Agave utahensis Engelm., Agave victoriae-reginae T. Moore.
Diese Aufzählung ist nicht komplett.
- Pflanzengestalt:
Rosettenbildend, nach außen meist sehr harten Blättern, besetzt mit teilweise kräftigen Stacheln. Fast alle Agaven werden sehr groß. Nicht jeder hat den Platz für die Pflanzenkübel.
- Ansprüche an den Standort:
Volle Sonne! Im Sommer draußen und im Winter frostfrei bei ca. 5 °C aber sehr hell. Dabei sehr wenig gießen, Die kleinen Arten für die Fensterbank, wie Agave victoria-reginae und Agave filifera nicht unter 10 °C
Bilder
- Anmerkung:
Wir haben hier nur einige Bilder von Agaven eingefügt, um den Rahmen dieser Pflanzenbeschreibung nicht zu sprengen. Wenn es Sie interessiert, so können Sie in einer kleinen Galerie alle Bilder von Agaven, von denen wir selbst die meisten fotografiert haben, ansehen.
Pflanzenpflege
- Pflege:
Sonnenanbeter. Agaven sind anspruchslos. Sie begnügen sich mit einem warmen, sonnigen Standort auf der Terrasse. Ein Problem ist meist die Überwinterung der reichlich Platz beanspruchenden Pflanze an einem hellen, aber kühlen Platz um 5° C, an dem nur sporadisch und wenig gegossen wird. Die Pflanzen benötigen soviel Licht wie nur möglich. Die Pflanze verträgt trockene Luft und benötigt aber viel frische Luft.Agaven sind relativ hart und verzeihen Pflegefehler, außer zu wenig Licht und Staunässe. Für Anfänger geeignet.
- Gießen und Düngen:
Agaven sind Sukkulenten. Trotzdem benötigt die Pflanze regelmäßig mäßige Wassergaben. Ein Zuviel schadet immer, ein Zuwenig selten. Gelegentliches Einnebeln erhöht das Wohlbefinden, besonders wenn kleine Exemplare im Haus am Fenster gehalten werden. Düngen ist mit speziellem Kakteen– oder Sukkulentendünger in niedriger Konzentration möglich, die Pflanzen wachsen auch ohne Dünger schnell genug.
- Umsetzen:
Die Agave besitzt heftige Dornen, an denen man sich sehr leicht verletzen kann. Daher Vorsicht bei Transport und Umtopfen. Am besten ein Stück Kork auf die scharfen Spitzen setzen, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Agaven werden zu Beginn der Wachstumsphase in durchlässiges Substrat (Kakteenerde mit Kies und Sand vermischt) umgepflanzt. Auf die Drainage achten. Ab einer bestimmten Größe ist Umtopfen kaum noch möglich.
- Vermehrung:
Die Mutterpflanze bildet ständig Tochterpflanzen, um für Nachwuchs zu sorgen.
- Pflanzenschutz:
Schildläuse können bei Pflegefehlern auftreten.
- Besondere Anmerkungen:
Der Pflanzenfreund, der die meist riesigen Agaven nicht unterbringen kann, muss nicht auf Agaven verzichten. Zahlreiche, wunderschöne und kleinbleibende, kompakte Sorten hält diese Art bereit, wie zum Beispiel AGAVE victoriae-reginae, Agave filifera und viele andere.Diese können zwar auf der Fensterbank gehalten werden, obwohl dies nicht artgerecht ist, sie müssen raus an die Luft! Dann schon eher für den "Kleinen Balkongärtner".
- Washingtoner Artenschutzabkommen:
Die Agave victoriae-reginae T. Moore unterliegt dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen
- Nutzpflanze:
Die Blätter einiger Arten sind sehr faserig und können so zur Gewinnung von Pflanzenfasern genutzt werden. Hierzu gehören vor allem der Sisalhanf (Agave rigida var. sisalana), der Falsche Sisalhanf (Agave decipiens) und die Kantala (Agave cantala). Weiter Agaven, die als Nutzpflanzen geführt werden: Agave americana, Agave atrovirens, Agave deweana, Agave fourcroydes, Agave lechuguilla, Agave letonae, Agave lophantha, Agave salmiana, Agave falcata
- Weitere Anmerkungen:
Agave leitet sich vom griechischen ab, was König, Held oder Adliger bedeutet. Aus dem Pflanzensaft verschiedener Agaven gewinnen die Mexikaner ihr Nationalgetränk, . Wenn die Blütenstände gebildet werden, werden diese schon im knospigen Zustand abgeschnitten und im "Herz" der Agave tritt Pflanzensaft aus. Dieser Saft wird abgeschöpft und vergoren. Durch die Destillation des wird der bekannte gewonnen. , ein Mezcal aus der Umgebung der Stadt Tequila, wird ausschließlich aus der gewonnen und ist der bekannteste Schnaps Mexikos.Agavendicksaft ist beliebt als Zuckeralternative und auch für Diabetiker geeignet.
- Hydrokultur:
Ja, ist möglich, aber dabei ist unbedingt auf niedrigen Nährlösungsstand zu achten. Die allgemeinen Pflegehinweise für Sukkulenten müssen beachtet werden. Keinen feinen Blähton verwenden, nicht in Arrangements pflanzen. Möglichst nur hohe Kulturtöpfe nehmen. Kühler Winterstandort notwendig bei viel Licht. Bitte lesen Sie dazu auch Kakteen in Hydrokultur