Familienbeschreibung: Amaranthaceae
Amaranthaceae Juss. - Fuchsschwanzgewächse
Typusart: Amaranthus caudatus L. - Garten-Fuchsschwanz
Familiengröße:2050 bis 2500 Arten
Nächstverwandte Familien:Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Aizoaceae - Mittagsblumengewächse
Phytolaccaceae - Kermesbeerengewächse
Nyctaginaceae - Wunderblumengewächse
Portulaceae - Portulakgewächse
Cactaceae - Kakteen
Anmerkung:Wir folgen hier der
Angiosperm Phylogeny Website, die die ehemalige Familie Chenopodiaceae - Gänsefußgewächse als Teil der Amaranthaceae auffasst. An vielen Stellen werden Sie sie noch extra aufgeführt sehen.
Wegen der widersprüchlichen Auffassung sollen die Unterfamilien hier genannt werden, so wie wir sie übernehmen:
- Amaranthoideae - Fuchsschwanzgewächse im engeren Sinne
- Chenopodioideae - Gänsefußgewächse
- Gomphrenoideae - Kugelamaranthgewächse
- Salicornioideae - Quellergewächse
- Salsoloideae - Salzkrautgewächse
Kurze Charakteristik wesentlicher Eigenschaften:Die Fuchsschwanzgewächse sind meist Kräuter oder am Grunde verholzende strauchartige Gewächse, manchmal auch Sukkulenten mit verschiedenartig angeordneten Blättern. Die meist zwittrigen, zum Teil aber auch eingeschlechtig ein- oder zweihäusigen Blüten sind meist zahlreich und klein in knäueliger Anordnung in dichten Blütenständen angeordnet, die manchmal groß und auffällig, meist aber unscheinbar sind. Die Früchte enthalten einen oder wenige Samen, sind
Achänen oder Kapseln und oft zu mehreren knäuelig mit den bestehen bleibenden Blüten- oder
Hochblättern verbunden.
Verbreitungsschwerpunkte:Die Vertreter der Familie sind kosmopolitisch verbreitet und kommen vor allem in trockenen, salzhaltigen oder vom Menschen beeinflussten Gebieten vor.
Nutzung und Verwendung:Die Familie ist durch einige wichtige Nutz- und Zierpflanzen bekannt.
- Nutzpflanzen: Die Rübe (Beta vulgaris L.) ist eine vielfältig genutzte Pflanze. Sie spielt als Zuckerlieferant, Gemüse- und Futterpflanze eine große Rolle. Blattgemüse gibt es auch in den Gattungen Achyranthes, Alternanthera, Amaranthus, Atriplex, Bassia, Celosia, Chenopodium, Deeringia, Gomphrena, Iresine, Salicornia, Spinacia (Spinat) und Suaeda. Die Reismelde (Chenopodium quinoa Willd.) ist ein Grundnahrungsmittel der südamerikanischen Indianer. Diese sowie Amaranthus-Arten werden auch wegen ihrer Samen wie Getreide genutzt. Da sie glutenfrei sind, werden diese Pflanzen als "Pseudogetreide" bezeichnet. Medizinisch angewandt werden Arten der Gattungen Achyranthes, Aerva, Bassia, Chenopodium und Pfaffia. Der Anbau zur Fixierung von Sand- und Salzböden wird berichtet von Agriophyllum, Corispermum, Froelichia, Haloxylon, Horaninovia, Salicornia, Salsola und Sclerolaena. Als salztolerante Pflanzen werden Atriplex und Salsola auf Salzböden als Futterpflanzen angebaut. Auch Alternanthera-Arten sind Futterpflanzen, die in Gewässern und Sümpfen abgeerntet werden.
- Zierpflanzen für das Freiland: Achyranthes, Alternanthera, Amaranthus, Atriplex, Celosia, Gomphrena und Ptilotus. Bassia ist unter dem bekannteren Synonym Kochia den Gärtnern gut bekannt und wird oft als säulenförmig wachsende Grünpflanze in Sommerblumenbeeten verwendet. Neuerdings finden sich zunehmend Beta-Formen (Mangold) mit stark gefärbten Blattstielen und -nervatur in den bunten Beeten mit Sommerblumen.
- Zierpflanzen für den Wohnbereich: Celosia, Iresine, Ptilotus
- Schnittblumengewinnung: Amaranthus, Celosia, Gomphrena, Maireana, Ptilotus, neuerdings auch Atriplex
- Wasserpflanzen für das Aquarium: Alternanthera
- Gattungen der Familie in der Hydrokultur: Celosia, Iresine
Beschreibung einzelner Arten und Galerie: