Berlin kann alles! — Außer .....
– Flughafen – S-Bahn – Fußball – Opernhaus – und nun noch die IGA 2017
Wir berichteten am 29. November 2008 unter der Überschrift “Ein neues Wintermärchen?“ über die Bewerbung des Berliner Senats für die Internationale Gartenschau 2017 in Berlin. Ein Jahr später  schrieben wir am 28. November 2009, daß Berlin den Zuschlag für die Ausrichtung der IGA 2017 erhalten hat.
Das Fragezeichen zum Wintermärchen hat sich nun bewahrheitet. Daraus ist jetzt doch ein Märchen, im wahrsten Sinn des Wortes, geworden.
Warum schreiben wir jetzt schon wieder über dieses Thema?
Seit der 26. Kalenderwoche 2012 ist durchgesickert, daß die auf der “Tempelhofer Freiheit“, dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, geplante Internationale Gartenschau 2017 in die “Gärten der Welt“ in Berlin-Marzahn verlegt werden soll.
Wir haben nichts gegen diesen Erholungspark, aber warum wurde dann am Wochenende 19. und 20. Mai 2012, vier Wochen davor, noch die gesamte Planung für das Ausstellungsgelände auf der “Tempelhofer Freiheit“ der breiten Öffentlichkeit vorgestellt? Dazu wurden viele Flyer und Werbematerial verteilt.
Wir stellen nun die Frage, ob die Planer und Denker es wirklich schaffen diese Gartenausstellung fristgerecht zu stemmen. Die Verschiebung eines Eröffnungstermins für eine solche Schau müßte dann an “höherer Stelle“ wegen Verschiebung der Jahreszeit angemeldet werden.
Scheinbar packen in dieser Stadt die Verantwortlichen überhaupt nichts mehr. Der große Flughafen wird nicht fertig. Die S-Bahn fährt nach eigenem Plan, nämlich eher unzuverlässig. Entweder ist es im Sommer zu warm, oder der Winter kommt völlig unerwartet, war also nicht geplant.
Das Dach des Hauptbahnhofes ist immer noch zu kurz, ja genauso wie der damals Verantwortliche. Nebenbei – die Teile für das Dach lagerten bisher irgendwo in Berlin. Diese können aufgrund der besonderen Konstruktion nicht an anderer Stelle verbaut werden. Die Staatsoper wird nicht wie geplant fertig, ebenso nicht die BND-Zentrale.
Immer wieder werden wir mit Mitteilungen konfrontiert, in denen vermeldet wird, daß ein weiteres großes Bauwerk aus den Terminrudern gerät, es also nicht wie geplant fertig gestellt wird. Da steigen dann die Kosten wieder in schwindelnde Höhen. Dies passiert eben zu oft mit Projekten, bei denen die Öffentliche Hand ihre Finger im Spiel hat.
Es stellt sich die Frage: Warum passiert das fast nur mit Projekten, in denen die Politik mitmischt.
Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich!
Wir sind auch gespannt, ob die Verlängerung der sogenannten “Kanzler-Bahn“, der U-Bahn Linie 55 zum Alexanderplatz, deren Bau gerade begonnen wurde, im Terminplan bleibt?
Aber es passiert ebenfalls mit Projekten, die in privater Hand liegen, daß sie fast alle mit einem “Verspätungs-Virus“ infiziert sind. Da ist z.B. das Zoofenster mit dem Hotel Waldorf Astoria zu nennen.
Achten Sie dazu auf entsprechende Pressemeldungen, so sie nicht unterdrückt werden.
Wir bleiben am Ball, wegen der Internationalen Gartenausstellung.
Berlin, den 21. Juli 2012