Umpflanzaktion im Frühjahr

© Nicola Pilat

Jedes Jahr im Frühjahr, wenn unsere Kübelpflanzen aus ihrem Winterquartier in den Garten gebracht werden, steht eine Umpflanzaktion ins Haus. Da die Wurzelbildung der einzelnen Pflanzen unterschiedlich ist wird je nach Art der Pflanze und der Kübelgröße unterschiedlich oft umgetopft.

Da das Umtopfen eine richtige Plackerei ist, ist es ratsam, dass  die Pflanzen, die umgetopft werden sollen, einige Zeit vorher nicht mehr gegossen werden, damit Erde und Wurzeln trocken sind. Die Pflanzen lassen sich so leichter aus ihren Töpfen entnehmen, und das Arbeiten mit Messer und Säge ist auch leichter; zudem lassen sich alte Erde und abgeschnittene Wurzeln leicht mit dem Besen beseitigen.

Das Prinzip beim Schneiden der Wurzeln ist bei Palmen und Agaven fast dasselbe.

Palmen und ähnliche Pflanzen

Hier am Beispiel einer Hechtia texensis S. Watson

Bei der Pflanze haben die Wurzeln den ganzen Topf ausgefüllt, und es war kaum noch Erde darin. Der Wurzelballen ist sehr kompakt und lässt sich schlecht mit der Hand bearbeiten. Deshalb rücken wir dem Wurzelballen mit einem Fuchsschwanz zu Leibe.

 

Um die Pflanze nicht zu zerstören wird immer nur ein geringer Teil vorsichtig abgesägt. Die Größe des Wurzelballens wird durch viele Arbeitsschritte erreicht. Wir prüfen dazwischen auch, ob sich die Wurzeln nicht doch mit der Hand auflockern lassen, um dann die alte Erde abklopfen zu können.

Bei Palmen, die eine Höhe von mehr als 2 m erreicht haben und deren Pflanzgefäße einen großen Durchmesser haben (ab 80 cm und mehr), machen wir die Umtopfaktion an der Stelle im Garten, an der die Palme während des Sommers bis zum Einwintern steht.

Agaven

Die Austriebe der Agaven wachsen wie eine Spirale zwischen Erde und Topf. Man könnte diese Triebe wie bei den Palmen einfach abschneiden. Hierfür braucht man keine Säge, ein scharfes Messer mit langer glatter Klinge ist besser (früher haben wir das so gemacht). Die Triebe können aber auch ganz einfach abgewickelt werden (fast wie eine Schnur).

 

 

Die Wurzeln und die restliche Erde innerhalb dieser Triebspiralen lassen sich mit einer Teufelskralle ganz einfach aufkämmen. Die langen Wurzeln werden mit einer Rosen- oder Bypassschere abgeschnitten. Wenn der Wurzelballen aufgelockert ist, werden die Ableger, die die Agave gebildet hat, einfach nur abgezogen (mit Gefühl - dann bleiben auch die Wurzeln dran) und werden eingepflanzt. Nach dem Entfernen der Triebspirale und der Wurzeln sollte der Wurzelballen mindestensein Viertel der Ausgangsgröße haben (eher etwas mehr.)

 

Beim Einpflanzen geben wir in unser Pflanzgefäß erst ein paar Tonscherben für die Drainage.
Wenn die Pflanzgefäße sehr groß sind, verwenden wir die alte grob durchgesiebte Erde.

Berlin, den 18. April 2009