..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Reisebericht: Eine Woche Türkei - 1. Teil ::..

Reisebericht: Eine Woche Türkei - 1. Teil

Sonne, Strand, Wasser, Natur - das alles hatten wir gehabt, Mitte März

"Nun mach Du mal!" sagte Dirk und das zu mir, der ich im Aufsatzschreiben nie über eine "3“ hinausgekommen war. Aber gut ich will es probieren:

Eine Woche "Türkische Riviera“- Eine Woche Sonne, Strand, Wasser, Natur, das alles hatten wir gehabt - Mitte März. Einen traumhaften Blick aus dem Hotelzimmer auf schneebedeckte Berge des Taurus-Gebirges, den kleinen Ort Kemer-Kiris und im Hotel "All-inclusive“ mit Langzeitfolgen für die Figur.

Der Anflug auf Antalya brachte schon die erste Überraschung: "So viele Seen um Antalya?“. Erst beim Näherkommen entpuppten sich diese als riesige Gewächshausflächen, die wild in der Landschaft wucherten, wie leider auch anderenorts. Später erfuhren wir, daß Tomatenpflanzen das ganze Jahr in Gewächshäusern kultiviert werden. Im Winter erhalten sie so die für ihr Wachstum benötigten Temperaturen und im Sommer bieten die Gewächshäuser Schutz vor der prallen Sonne. Auch stellt sich bei geöffneten Seiten der Gewächshäuser ein kühlender Luftzug ein.
Wieder was gelernt und das als passionierter Kleingärtner!


Unsere Reise sollte nicht nur der Erholung dienen, sondern wir wollten auch die Flora und Fauna erkunden. Wenn sich allerdings, wie bei Dirk, im Gepäck nur blankgeputzte „Stadtschuhe“ finden lassen ist der Aktionsradius auf die touristischen Pfade beschränkt. Schade!

Ich war 1991 das letzte mal in der Türkei und war diesmal schockiert.
Antalya - ein Moloch, der alles an Landschaft frißt was ihm in den Weg kommt. Kemer, einst beschaulich und übersichtlich - jetzt laut, schmutzig, überwuchert mit Hotels. Landschaft fast Fehlanzeige.

Als Ausgleichsprogramm sozusagen wollte ich unbedingt noch einmal zu den Kalksinterterassen nach Pamukkale. Wieder ein Schock. Wasser kaum noch vorhanden, nur ein kleines Rinnsal ergoß sich den Hang hinunter. Von den Terrassen nur noch einige mit Wasser gefüllt, der Rest trocken. Traurig!
Wie die Tourismusindustrie trotzdem jährlich Hunderttausende dorthin karren kann ist fast nicht mehr zu erklären. Sehenswert ist dort nur noch die alte Stadt "Heraklion“ oberhalb der Terrassen. Dort wurde das Wasser zu Heilzwecken genutzt. Badehäuser, Kureinrichtungen, Stadion, Einkaufsstraßen. Schon vor mehr als 2000 Jahren wusste man mit erholungshungrigen Touristen Geld zu machen. Was die Bewohner mit den damaligen Mitteln auf die Beine stellten, das ist beeindruckend.

Fließendes Wasser war damals schon selbstverständlich.
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Toilettenanlangen. Die waren ohne Tür und Wand. Hier kam man nicht nur der Verrichtung seiner Notdurft nach, sondern auch geschäftliche Belange wurden über Stunden hinweg verhandelt. Das Wasser plätscherte und angenehme Düfte von Kräutern erzeugten eine durchaus schöpferische Atmosphäre.

Gleich neben der „Kurstadt“ Heraklion ist ein riesiger Friedhof mit vielen imposanten Grabhäusern und Einzelgräbern aus verschiedenen Epochen. Praktisch, falls die Kur nicht mehr anschlug, dann war für den letzten Gang auch gleich gesorgt.

Daß wir dort nicht auch auf dem Friedhof landeten kann man nur mit "Wunder" umschreiben. Die Reisebusse fahren quer über den Friedhof, quer durch die Touristenströme. Man mußte aufpassen sich nicht unter einem Bus wiederzufinden.

In den touristischen Zentren ist der Euro gängiges Zahlungsmittel, nur das Museum in Pamukkale wollte partout Türkische Lira (TL) haben.

Die Türkei, ein Land in dem über Jahrtausende hinweg die verschiedensten Kulturen ihre Spuren hinterlassen haben ist immer wieder einen Besuch wert.
Leider wiederholt man dort die selben Fehler die andere Touristikcenter schon mal gemacht haben. Ja so ist nun mal der Mensch. Auch der kleine Hans musste sich erst die Finger verbrennen bevor er überzeugt werden konnte, daß Feuer Hitze erzeugt.

In der Kürze der Zeit ist es uns trotzdem gelungen einiges von der Flora und Fauna der Türkischen Riviera zu sehen. Frühjahrsblüher, die auch aus unserer Gegend bekannt sind findet man dort.




Für die die "richtige“ tropische Pflanzenwelt, wie Bananenstauden, war es zu früh. Am Wegesrand stand ein vertrockneter Stiel. Das soll eine Bananenstaude werden? Unglaublich.

Mein Eindruck, auch aus vorherigen Reisen war, daß die Flora weniger artenreich ist als bei uns. Auch die Fauna, Vögel zum Beispiel, bekamen wir kaum zu hören oder zu Gesicht.

Lesen Sie bitte auch den zweiten Teil unseres Reisberichtes.

Alle Bilder von dieser Reise sehen Sie in dieser Galerie

©  Gerd Otto

29. April 2005


Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen