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Wenn Pflanzen schreien könnten, dann wäre ihr Ruf nach Licht am lautesten.

Der Lichtbedarf von Pflanzen

Wir haben schon verschiedene Artikel über dieses "leidige"Thema veröffentlicht. Leider wird dem Lichtbedarf der Zimmerpflanzen viel zu wenig Beachtung geschenkt, und er wird zu oft vernachlässigt.

Wenn Pflanzen schreien könnten, dann wäre ihr Ruf nach Licht am lautesten.
Was mancher Pflanzenfreund seinen Pflegekindern da zumutet, grenzt geradezu an Vergewaltigung, oder er läßt sie ein Sträflingsdasein fristen. Gut zu "Drinken", meist aber zu viel, bekommen die Pflanzen. Die meisten werden ersäuft, egal ob in Erde oder Hydrokultur. Reichlich "Futter" (Dünger) wird ihnen auch verabreicht. Nur alles steht nicht im richtigen Verhältnis zum Lichtangebot.


Es sei hier noch einmal ganz deutlich darauf hingewiesen, daß bei allen "Pflanzenfreunden" falsche und irrige Vorstellungen vom Lichtbedarf ihrer Zimmerpflanzen herrschen. Ich erinnere mich dabei an eine Frage eines Users, die uns per e-Mail gestellt wurde:"Welche Pflanzen kommen ohne Licht aus?"
Dieses vermeintliche Wissen wird auch von den meisten Pflegeanleitungen und Pflanzenbeschreibungen bestärkt. Selbst die "Fachverkäufer" geben hier noch falsche Empfehlungen.

Halten wir uns vor Augen, daß fast alle Pflanzen, die wir in der Wohnung halten, aus Zonen stammen, in denen der Tag genauso lang ist wie die Nacht.

Es herrscht die sogenannte Tag- und Nachtgleiche. Die Abweichung beim Tag- und Nachtrhythmus beträgt nur ca. 1 Stunde. Also 12 bis 13 Stunden Tag und 11 bis 12 Stunden Nacht. Den Dämmerungsverlauf, wie wir ihn hier kennen, gibt es nicht. Der Wechsel zwischen Tag und Nacht erfolgt sehr schnell.
Viel wichtiger dabei ist, daß in diesen Breiten die Lichtintensität sehr viel höher ist. Sie beträgt dort über 100 000 Lux. Bei uns erreichen wir an einem Sommertag ca. 10.000 bis 20.000 Lux
In unseren Breiten gibt es dann im Winter manchmal Tage an denen es überhaupt nicht hell wird. An solch einem Tag erreichen wir mal gerade 500 Lux im Freien und das an einem Kurztag. Wie viel Licht dringt dann bis zu einer Fensterbank vor?

Insgesamt finde ich es völlig ungerechtfertigt eine Pflanze bei uns in den "Schatten" zu verbannen. Sicher kann sie am natürlichen Standort mit hoher Lichtintensität im Schatten gedeihen, aber nicht bei uns. Meist verwechseln die Pflanzenfreunde einen schattigen Standort mit der Verbannung in völlig dunkle Ecken.


Blumenfreunde, die Phalaenopsis pflegen, wundern sich manchmal, daß gerade im Winterhalbjahr einzelne Blütenknospen plötzlich gelb werden, absterben und abfallen. Die Blüten zuvor haben sich gut entfaltet und auch die nachfolgenden gelangen wieder zur Blüte. Das ist ein eindeutiger Beweis, daß es an nur einem Tag der Blütenentwicklung zu dunkel war. Ein dunkler Tag reicht da schon manchmal aus.

Gönnen Sie Ihren Pflanzen die höchstmögliche Lichtmenge.
Auch der Mensch freut sich, wenn die Sonne scheint.




Berlin, den 08. Oktober 2005

überarbeitet Oktober 2010


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