..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Die laufende Pflege bei der Hydrokultur ::..

Die laufende Pflege bei der Hydrokultur

Frühjahr - Sommer - Herbst - Winter

Die allgemeine Pflege für Hydrokultur wird hier nur für Tischgefäße und nicht pflanzenspezifisch beschrieben. Die Pflege von Großgefäßen wird zu einem späteren Zeitpunkt in einer gesonderten Abhandlung beschrieben.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, daß ich Hydrokultur seit 1976 als Anwender praxisnah betreibe. Auf der Fensterbank ohne Gewächshaus. Nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten kann ich die Hydrokultur nicht betreiben, da mir weder die entsprechenden Mittel, noch der nötige Platz zur Verfügung stehen. Für solch tiefes Wissen sorgen die Forschungsanstalten und Institute.

Meine gemachten Erfahrungen und Beobachtungen mit der Hydrokultur sollen für Sie nachvollziehbar und Ihnen als Anwender hilfreich sein.

Größtes Problem bei der Pflanzenpflege in Hydrokultur ist das zur Verfügung stehende Wasser. Es kommt aus der Leitung und hat örtlich unterschiedliche Qualität. Meist ist unser Trinkwasser aber von guter Qualität. So müssen Sie nur wissen, ob Sie hartes Wasser oder weiches Wasser haben. Dies ist entscheidend für die Wahl des Düngers.


Zur laufenden Pflege gehören neben der Versorgung mit Nährlösung und dem Nachgießen von Wasser noch weiteres, wie z.B. das Absammeln von abgestorbenen Pflanzenteilen und das Abschneiden von braunen Blattspitzen. Dabei ist zu beachten, daß niemals in "lebende" (grüne) Pflanzenteile geschnitten werden soll.
Weiter gehört dazu die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Schädlinge, um eventuell notwendige Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen. Auch auf das regelmäßige Einsprühen der Pflanzen mit kalkfreiem Wasser sei noch einmal hingewiesen. Dabei aber nicht in vorhandene Blüten sprühen.

Mindestens zweimal im Jahr steht eine größere Aktion ins Haus. Günstig dafür sind das Frühjahr (März - April) und der Herbst (September - Oktober). Dies bedeutet, daß die Kulturtöpfe komplett durchgespült und die Pflanzen abgeduscht werden. Dabei bietet sich auch an das Fenster zu putzen.
Die Übertöpfe werden von den Kalkrändern befreit. Eine sehr gute Hilfe dabei leistet der Zusatz von Essigessenz. Mit Hilfe einer Spülbürste, die aber nur für diese Arbeiten eingesetzt wird, und Zusatz von wenig Spülmittel werden die Übertöpfe gereinigt. Gut nachspülen! Ebenso die Wasserstandsanzeiger von Kalk und eventuell Wurzelteilen befreien.


Die Kulturtöpfe mit Pflanzen sind, in einem Eimer mit reichlich Wasser, soweit möglich mit den Fingern von Kalkansätzen zu befreien.
Vorsicht - dabei die Wurzeln nicht unnötig beschädigen. Manche Pflanzen haben fast glasartig brüchige Wurzeln (Hibiskus, Beaucarnea). Auch Orchideenwurzeln sind sehr empfindlich. Bei einem Ficus oder Codiaeum kann manchmal ein "kräftiger Griff" in die Wurzel nicht schaden.
Abgestorbene Wurzeln vorsichtig entfernen.
In einer Wanne oder in der Dusche die Pflanzen mit der Handbrause vom Staub befreien und über den Blähton den Kulturtopf kräftig durchspülen. Auch die Unterseite der Blätter abduschen. Die Dusche über das Blattwerk entfällt natürlich bei Pflanzen, deren Wurzelhals sehr empfindlich ist. Dazu gehören z.B. Usambaraveilchen und Streptocarpus. Der Blähton im Kulturtopf soll aber auch durchgespült werden. Das geht hier besser direkt am Wasserhahn.

Wenn nun die Pflanzen und Kulturtöpfe abgetropft sind, können sie wieder zurück in die Übertöpfe. Zuvor kann die neue Portion Langzeitdünger auf den Gefäßboden gegeben und wieder Wasser eingefüllt werden.

Sehr wichtig:
Der Langzeitdünger wirkt nur, wenn er im Wasser ist. Es ist völlig falsch diesen oben auf den Blähton zu streuen. Er wird nämlich nicht bis nach unten "durchgespült".
In der Werbung wird es bildlich so dargestellt und viele Internetseiten schreiben dies immer wieder. Das ist völlig falsch.


In manchen Pflanzenbeschreibungen wird darauf hingewiesen, daß die Pflanzen nicht unnötig bewegt und immer wieder in der gleichen Stellung (Lichteinfall) zurück ans Fenster gestellt werden sollen. Auch der gleiche Platz wird empfohlen. Ich selbst achte da nicht so genau darauf und bisher konnte ich nichts Negatives am weiteren Pflanzenwachstum feststellen. Einzig Pflanzen (Orchideen), die zum Zeitpunkt der Frühjahrs- oder Herbstaktion voll knospig sind, oder in voller Blüte stehen, werden später "behandelt". Nach dem Duschen und mit frischer Nährlösung versorgt sieht man, wie die Pflanzen "aufblühen" und neues Wachstum zeigen.

Im Rahmen dieser Frühjahrs- und Herbstaktion werden auch die Hydrokulturpflanzen vom Balkon berücksichtigt.
Bei mir stehen im Sommer immer auf dem Balkon:

- Beaucarnea recurvata Lem. — auch die im Großgefäß
- Disocactus (Blattkaktus-Hybriden) - Syn. Epiphyllum
- Euphorbia trigona Haw.
- Mammillaria Haw.
- Myrtus communis L. (Brautmyrte)
- Schlumbergera Lem. - Syn. Zygokaktus Haw.
- Hatiora gaertneri (Regel) Barthlott (Osterkaktus)
- und soweit im Bestand vorhanden sind die Kalthausorchideen.

Wetterabhängig kann es sich hier etwas verschieben. Sie müssen ja vor der Frostperiode in ihr Winterquartier ziehen. Eine große Ausnahme war der Herbst 2000. Da standen einige Pflanzen bis Anfang November auf dem Balkon. Das Rausräumen auf den Balkon im Frühjahr richtet sich natürlich auch wieder nach dem Wetter und der Pflanzenart.


Während der Frühjahrsaktion kann auch die Pflanze, wenn sie einen größeren Kulturtopf benötigt, gleich umgesetzt werden.
Für das Winterhalbjahr ist der Nährlösungsstand (Wasserstand) niedriger als im Sommer anzusetzen. Auch mit Dünger darf im Winter gegeizt werden.

Zum Schluß sei hier noch die Aussage eines führenden Fachmannes für Hydrokultur angefügt:
"Der größte Feind der Hydrokultur ist das Wasser".
Er hat dabei die Großzügigkeit der Pflanzenfreunde im Umgang und Versorgung der Pflanzen mit Wasser gemeint. Dieser Aussage muß ich voll zustimmen! Weniger bringt mehr!

Lesen Sie dazu bitte auch Schicken Sie Ihre Pflanzen in die Sommerfrische.

Berlin, den 14. Januar 2001

ergänzt am 18. Oktober 2008


Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen