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Düngen mit Lewatit HD5

Weil die Pflanzen besser wachsen

Ionenaustauschdünger - sagt wie er wirkt. Beides sind Begriffe (Bezeichnungen) für Lewatit HD5

Ich wage die Feststellung, daß die Markteinführung dieses Langzeitdüngers Lewatit HD5 im Jahre 1975 durch die Firma Bayer in Leverkusen bei breiten Schichten als Anwender der Hydrokultur im Wohnbereich zum Durchbruch verholfen hat. Die Pflege der Hydrokulturpflanzen wird dadurch erheblich vereinfacht. Der Pflegeaufwand ist viel geringer, denn es entfällt das häufige reinigen der Übertöpfe und durchspülen der Kulturtöpfe. Die Anwendung ist sauber und einfach.

Was ist Lewatit HD5?


Die ersten Silben des Wortes besagen soviel wie "Leverkusener Wasseraufbereitung". Die Endung "tit" ist ein Anhängsel ohne Bedeutung. Die Buchstaben "HD" und die Zahl "5" geben den Verwendungszweck und die Versuchsreihe an. Andere Verwendungszwecke sind z.B. die Aufbereitung des Wassers in Wasserwerken oder Kraftwerken, oder die Anwendung in belasteten Böden. Die Basis sind kleine, bräunlich wasserunlösliche Kunstharzperlen aus Polystyrol. An diese sind die für die Pflanzenernährung erforderlichen Nährstoffe und Elemente elektrisch angebunden.
Es sind dies die Makronährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium und außerdem die Mikronährstoffe Eisen, Mangan, Kupfer und Zink als leicht aufnehmbare Chelate, sowie Bor und Molybdän. Andere Nährstoffe brauchen deshalb nicht am Lewatit gebunden zu sein, weil das Gießwasser (hartes Wasser) sie normalerweise bereits enthält - sozusagen als Verunreinigung. Der Einsatz von Ionenaustauscherdünger (Lewatit HD5) setzt also eine gewisse Salzmenge im Gießwasser voraus, damit der Ionenaustausch funktioniert.

Wie werden nun die Nährstoffe an die Nährlösung abgegeben und von der Pflanze aufgenommen? Das Gießwasser aus dem Wasserleitungsnetz enthält Salze, wie Calcium-Carbonat und Magnesium-Sulfit. Diese Gießwasserinhalte setzen die gebundenen Nährstoffe am Lewatit HD 5 frei, und zwar nach und nach durch Austauschvorgänge. Darum spricht man beim Lewatit HD 5 auch vom Ionenaustausch. Das Wort "Ion" kommt deshalb vor, weil die Stoffe in Ionenform vorliegen. Ionen sind elektrisch geladene Atome. Das mit den Nährstoffen aus dem Lewatit HD 5 angereicherte Gießwasser dient also als Nährlösung, aus der die Pflanze ihren Bedarf deckt. Das geschieht so lange, bis der Vorrat am Lewatit HD 5 erschöpft ist. Den Ionenaustausch bewirkt im wesentlichen nur das Leitungswasser. Durch einen hohen Wasserverbrauch, auch Verdunstung, besteht auch ein hohes Nährstoffangebot. Bei der Verwendung von Lewatit HD 5 können keine Nährstoffverluste auftreten, wie das bei anderen Nährstofformen durch erhöhten Wärmeeinfluß und mikrobiellen Abbau möglich sein kann. Schädliche Salze und nicht brauchbaren Stoffe des Gießwassers, wie Kochsalz und Calciumcarbonat, werden am Austauscherharz gebunden und durch den Ionenaustausch (Salze gegen Nährstoffe) die für eine Pflanzenversorgung notwendigen Stoffe über das Wasser an die Pflanzen abgegeben. Der Gesamtsalzgehalt der Nährlösung wird bei Anwendung von Lewatit HD 5 nicht erhöht, da die gießwassereigenen Salze ja gebunden werden. In diesem Zusammenhang steht auch eine erwünschte Senkung des pH-Wertes. Damit ist auch solches Gießwasser brauchbar, das wegen seines hohen Gehaltes an wurzelschädigenden Salzen normalerweise schlecht verwendet werden kann und enthärtet werden müsste.

Auf der obigen Abbildung handelt es sich um eine Originalabfüllung Lewatit HD5 der Firma Bayer. Inzwischen gibt es aber viele Firmen, die in ihre eigenen Gefäße abfüllen und auch Phantasienamen vergeben. Wichtig ist daß neben dem Phantasienamen (z.B. Blusana von Leni) Langzeitdünger und Lewatit HD5 auf der Packung steht.

Wie wird Lewatit HD5 angewendet?

Als preiswerteste Art bietet sich die "lose" Form in möglichst großer Packeinheit an, da dann erheblich günstiger. Es gibt Abfüllungen mit 200 ml, 800 ml, 1000 ml und im Eimer mit 2,5 Liter und 5 Liter. Einfacher ist die Verwendung von Portionsbeuteln, Vliesbeuteln oder sogenannten Düngebatterien, aber dann relativ teuer.

Der Langzeitdünger wird in das Wasser am Gefäßboden gestreut. Den Dünger oben auf das Substrat aufzustreuen und mit Wasser einzuspülen ist nicht ratsam, da die meisten Kunstharzkügelchen in den Zwischenräumen des Substrates hängenbleiben, also nicht bis in das Wasser am Gefäßboden gelangen. Aber nur hier im Wasser ist der Ionenaustausch möglich.

Es gibt heute immer noch Hersteller und Händler, die selbst in ihren Werbedrucken zeigen wie das Düngegranulat oben auf den Blähton gestreut wird. Selbst im Verkauf wird es den Kunden immer wieder gesagt, obwohl es falsch ist!
Düngebatterien werden in die Aussparung unter den Kulturtopf geklemmt. Die Vliesbeutel werden am Gefäßboden platziert.
Bei Großgefäßen wird das Lewatit HD5 über das Düngerohr, bei Verwendung eines Einbautankes über den Tankschacht eingefüllt und eingespült.


Wenn der Wasserstandsanzeiger mit Absaugschacht in einem Großgefäß eingebaut ist kann dieser Absaugschacht das Düngerohr nur begrenzt ersetzen, weil er manchmal sehr schmal ist.

Völlig unverständlich ist, daß es immer noch sehr viele "Fachbetriebe" gibt, die die Bedeutung des Düngerohrs nicht kennen.
Nein sie kennen dieses Hilfsmittel überhaupt nicht!

Altes (verbrauchtes) Lewatit HD5, lose eingestreut, kann am Gefäßboden verbleiben. Bei Tischgefäßen kann es einfach weggeschüttet werden. Bei Verwendung von Düngebatterien oder Vliesbeuteln werden diese einfach ausgetauscht.

Ob Sie Lewatit HD5 in getrocknetem, oder feuchtem Zustand verwenden ist unerheblich. Nur die anzuwendende Menge ändert sich. In trockenem Zustand ist sie etwas geringer.
Lewatit HD5 ist ca. fünf Jahre lagerfähig und die Qualität wird durch Frosteinwirkung nicht verändert.

Zur Beachtung:
Es gibt mehrere Produkte mit der Bezeichnung "Lewatit". Diese sind aber nicht für die Hydrokultur bestimmt. Wichtig ist der Zusatz "HD5" und auf der Packung muß stehen, dass es sich um Dünger für Hydrokultur handelt.

In welcher Menge wird Lewatit HD5 gegeben?
Für eine mittelgroße Pflanze im Tischgefäß werden ca. 35 ml - 50 ml gegeben. Ein entsprechender Meßbecher liegt der Packung meist bei. Diese Menge reicht für eine Nährstoffversorgung von 4 - 6 Monaten. In dieser Zeit ist immer nur der Wasservorrat zu ergänzen. Generell empfehle ich aber mindestens im Jahresabstand die gesamte Nährlösung zu entfernen und die Kulturtöpfe durchzuspülen. (Siehe dazu unseren Artikel "Frühjahrskur")

Wenn Sie mehr Lewatit HD5 geben, so schadet es nur Ihrem Geldbeutel. Eine Überdüngung ist bei Anwendung von Lewatit HD5 nicht möglich. Düngebatterien und Vliesbeuteln reichen je nach Pflanzengröße 4 - 6 Monate. Die Wirkungsdauer von Lewatit HD5 wird bestimmt vom Salzgehalt des Wassers und vom Nährstoffbedarf der Pflanze.

Woran fast keiner denkt -
Sie wohnen in einem Einzugsgebiet, in dem normalerweise hartes Wasser vom Wasserwerk geliefert wird, aber in Ihrem Haus ist eine Enthärtungsanlage (gut für Ihre Waschmaschine) installiert, so müssen Sie sich hartes Wasser "besorgen". Vorteilhaft ist es, wenn im Keller eine zusätzliche Zapfstelle vor der Enthärtungsanlage vorhanden ist und Sie dort Ihr Wasser für die Hydrokulturpflanzen holen können. Wenn nicht müssen Sie sich Ihr Wasser bei Verwandten oder Freunden holen.

Anmerkung:
Die Bezeichnung "Lewatit HD5" wurde geändert in Lewatit HD 50


Berlin, den 09. März 2003

Überarbeitet 19.11.2007

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