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Die alten Ägypter, Griechen und Römer kannten und huldigtem ihm - dem Efeu.

Der Mythos Efeu

Den Ägyptern war er heilig. Er war die Pflanze von Osiris, einem ihrer Götter. In Griechenland war er neben der Weinrebe dem Gott Dionysos, im alten Rom dem Bacchus geweiht. Die Begleiterinnen von Dionysos, die Mänaden, waren mit Efeu bekränzt, ihre Thyrusstäbe mit der Pflanze umwunden.

Es waren aber nicht nur religöse Motive, die Efeu so beliebt machen.
Recht schnell entdeckte man, daß er das Blut in Wallung bringen konnte. So schrieb Sophokles: „0 sehet, es erregt mir den Geist der Efeu, der zum bacchischen Lusttaumel mich entrückt“.

Der Efeu brachte aber nicht nur das Blut in Wallung. Er vermochte auch die Stirn zu kühlen.
Deshalb trug man zu Gelagen Efeukränze um die Stirn. Auch als Mittel gegen den berühmten Kater nach einer durchzechten Nacht war er bekannt. Hieronymus Bock berichte darüber folgendes in seinem Kräuterbuch: "Efeublätter gestoßen mit Essig und ein wenig Rosenwasser dazu genommen, ist ein köstlich Arznei für das grausam Hauptweh“.

Dionysosverehrer glaubten, reichliches Efeuvorkommen an einem Ort wäre ein sichereres Zeichen für die Anwesenheit des Gottes. Als die Krieger Alexander des Großen den heiligen Berg der eroberten indischen Stadt Nysa von Efeu umwuchert sahen, weinten sie vor Glück, da sie glaubten, Dionysos könne nicht weit, und mithin ihre Heimat nicht fern sein.


Der dionysische Kult erfreute sich in der griechischen Welt einer derartigen Beliebtheit, dass auch unterjochte Völker genötigt wurden, dem trunkenen Weingott zu huldigen. Im 2. Buch der Makkabäer berichtet Jason von Zyrene, wie es den Juden in ihrer von Griechen besetzten Stadt Jerusalem erging: "... am Fest der Dionysien zwang man sie, zu Ehren des Dionysos mit Efeu bekränzt in der Prozession mitzugehen“. (2 Makk. 6,7). Im 3. Buch der Makkabäer wird sogar betont, dass man den Juden gegen ihren Willen ein Efeublatt auf den Körper tätowierte.


Berlin, den 26. Juli 2008

Text leicht verändert aus "Mythos Baum" Doris Laudert, BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 2004

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