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Die grünen Muntermacher

So verhindern Sie dicke Luft in den eigenen 4 Wänden

© Günter Gregg † - Ehrenpräsident der DGHK

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Rund um die Uhr arbeiten sie ohne Surren und Knurren, und "dicke Luft" im Raum macht sich dünne. Sie verbrauchen keinen Strom. Sie sind schnell installiert. Sie sind pflegeleicht, verursachen kaum Folgekosten. Und ihre angenehme Schattierung in hunderten dezenter Grüntöne wirkt, so ist erwiesen, beruhigend auf uns. Wo bekommt man diese ökologischen Klimaanlagen? Beim Gärtner.
Hydrokultur heißt das Zauberwort. Die erdelosen Pflanzen schaffen ein prima Klima in Innenräumen und können erheblich zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen.

Dicke Luft in den vier Wänden
Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß wir Umweltprobleme nicht draußen vor der Tür lassen. Die Luft in Innenräumen, wo wir durchschnittlich 22 von 24 Stunden verbringen, ist häufig regelrecht schlecht: Zu gut gedämmte Häuser, zu gut schließende Fenster — zu wenig Durchlüftung der Räume.

Das schafft trockene Luft.
Bullernde Heizungswärme tut ein übriges dazu, und so herrschen in vielen Räumen anstelle der 50- bis 60 prozentigen Luftfeuchtigkeit, in der wir uns wohlfühlen würden, höchstens saftlose 30 Prozent.

Davon haben wir schnell die Nase voll.
Die niedrige Luftfeuchtigkeit lässt unsere Schleimhäute austrocknen, das aber macht uns anfällig für Ansteckungen und Erkältungskrankheiten. Die Infektionsgefahr wächst. Heizungsluft macht müde. Bronchitis, Husten und Heiserkeit werden deutlich gefördert. Vor allem Frauen und ältere Menschen reagieren mit gespannter Haut und Kopfschmerz.

Die Raumluft enthält millionenfach feinste Stäube und Partikel
- Hausstaub und Pollen -‚ die für das Auge unsichtbar, für Allergiker aber eine Belastung sind. In trockener Luft bleiben sie viel länger in der Schwebe und können viel größere Entfernungen überbrücken als bei einer gesunden relativen Luftfeuchtigkeit. Das gilt auch für die Millionen von Erkältungskeimen, die wir z. B. bei jedem Niesen ausstoßen. Ohne das Gewicht von Feuchte, die sie niederdrücken würde, bleiben sie förmlich in der Luft "hängen".

Vielen Menschen kann eine gesunde Luftfeuchte deshalb Wohlbefinden bis hin zu Erleichterung verschaffen.
Die pflanzliche Atmung bringt da nur Vorteile! Denn durch Millionen winziger Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter sichern die grünen Lungen bereits eine gewisse Verdunstungsrate. Bei der Hydrokultur wird diese noch unterstützt: Ihr Pflanzsubstrat Blähton garantiert einen ständigen Austausch von der Raumluft zur Wasserfläche im Gefäß, und schließlich auch zur Wurzelatmung.

Denn Pflanzen atmen nicht nur über ihre Blattoberfläche, sondern auch mit den Wurzeln. Deshalb pflügen die Bauern ihre Felder, lockern den Boden. Draußen in der freien Natur gibt es den "natürlichen Pflug": Hunderte von Tieren, vom Maulwurf über die Maus und den Regenwurm bis hin zu Mikroben wühlen Gänge und schaffen so Luftschächte. Ein perfektes System — das sich aber nicht einfach so in ein Gefäß pressen lässt.


Pflanzenhaltung in Gefäßen
wie wir sie in unseren Häusern brauchen - hat ein anderes natürliches Mittel gefunden, der Luft den Weg zu den Wurzeln freizuhalten: den Blähton. Er kann nicht verschlammen und verdichten, sondern behält stets seine kugelige Form mit all ihren Zwischenräumen.


Pflanzen, die richtig atmen, sind auch richtig gesund.
Glänzendes Grün und Wuchsfreude sieht man ihnen an; ihre erhöhte bioaktive Leistung kann man im Raum spüren. Und messen. In einem 30 qm-Raum braucht man nur drei bis sechs mittelgroße Hydrokultur-Pflanzen, um die relative Luftfeuchtigkeit von den üblichen 30% innerhalb 24 Stunden auf die medizinisch empfohlenen 50% zu steigern!
Wichtig ist hierbei vor allem die Blattmasse: Besonders viele oder besonders große Blätter schaffen beeindruckende Resultate. Sie können die Verdunstungsrate weiter erhöhen, wenn Sie offene Wasserflächen, zum Beispiel mit Zimmerspringbrunnen, zu den Pflanzen gesellen.


Und das bewirken die lebenden Feuchtigkeitsspender

• Erkältungskrankheiten nehmen nachweislich ab.

• Dem statischen Aufladen von Teppichböden, in Großraumbüros etwa eine gefürchtete Erscheinung, wird wirksam vorgebeugt.

• Holz bekommt keine Risse mehr (wichtig für Antiquitäten oder Räume mit antiken Balken).

• Elektrostatisch bedingte Computer-Ausfälle gibt es nicht bei ausreichender Luftfeuchtigkeit.

• Musikinstrumente müssen nicht mehr so oft gestimmt werden (Klaviere u.ä.).

• Und auch eine ganze Reihe menschlicher "Verstimmungen" fällt einfach weg, wenn das Klima stimmt.


Dabei ist übrigens auch der Sauerstoffgehalt ein wesentlicher Faktor.
Bei zuwenig Sauerstoff sprich: zuviel Kohlendioxyd merken wir schnell, daß wir eine Verschnaufpause brauchen. Je mehr Kohlendioxid sich in der Luft befindet, desto müder und schlapper fühlen wir uns bis hin zur Ohnmacht. Hier können Grünpflanzen den Menschen wieder auf die Sprünge helfen.



Nehmen wir an, Sie befinden sich in einem ca. 30 qm großen Raum, neben sich eine mittelgroße Fingeraralie (Schefflera arboricola (Hayata) Merr.), um sich - in der Luft 36 Liter Kohlendioxyd. Davon kann die Schefflera innerhalb eines Tages immerhin 10 Liter adsorbieren, während sie stündlich einen Liter Sauerstoff produziert.

Mit vier bis fünf Pflanzen erzielt man unter guten Verhältnissen (in Hydrokultur, bei gutem Licht) einen beachtlichen Effekt.

Was geschieht?
Eine Schefflera hat z.B. 1.152 Blätter mit einer Blattfläche von 2,3 qm. Darauf befinden sich über 345 Millionen Spaltöffnungen, durch die das CO2 der Luft in die Zellen dringt. Die Fläche dieser Zellen zusammen ergibt bereits die stattliche Größe von 230 qm -wahrscheinlich mehr als die Größe der Wohnung, in der die Pflanze steht!
Es ist also gar nicht so schwer für eine gute, gesunde, natürliche Atmosphäre zu sorgen
"Hier kann ich frei atmen!" meint nicht nur die frische Luft, sondern auch Individualität, ein Gefühl von Freiheit und ein prima Klima unter den Menschen.

Wie einfach lässt sich beispielsweise ein tristes Wartezimmer oder ein steriles Büro mit Pflanzen in eine grüne Insel verwandeln.
Als Raumteiler können sie sterile und kalt wirkende Räume durch ein belebendes Grün viel freundlicher gestalten.

Sogar die Zahl der Krankmeldungen nimmt in großzügig begrünten, hellen Büros ab, Mitarbeiter zeigen sich in solcher Umgebung besonders motiviert und leistungsstark. Das niederländische Institut für Arbeitsbedingungen fand heraus, daß das Erleben, Wohlbefinden und auch die Produktivität von Menschen am Arbeitsplatz durch Pflanzen positiv beeinflusst werden.



Palmengarten Frankfurt


Der Anblick von Grünpflanzen wirkt stressbedingten Spannungszuständen entgegen.
Dieses Balsam für Körper und Seele der Mitarbeiter kann der Chef sogar als Betriebsausgabe abschreiben.

Eigentlich ist es sowieso eine ganz einfache Rechnung:
Wo der Natur Raum gelassen wird, weiß auch der Mensch, daß er mit seinen natürlichen Empfindungen ernst genommen wird. Mit Hydrokulturen Inseln im Alltag gestalten, die uns leben und aufleben lassen.

Berlin. den 10. Januar 2009

Dieser Beitrag wurde bereits am 29. Juli 2008 auf
der Internetseite der DGHK veröffentlicht.

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