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Ordnung und Übersicht im Pflanzenreich
1. Teil

Einleitung

© Dr. Joachim Keller - Quedlinburg

Liebe Freunde von Hydrotip

Ein neues Jahr bringt neue Verbesserungen. Nachdem wir im letzten Jahr das Layout erneuert haben und jetzt eine neue Version von KLARA (CMS) einsetzen, ist es nun an der Zeit, dass wir uns einmal damit beschäftigen die botanischen Komponenten auf den neuen Stand zu bringen. Wir werden uns in loser Folge mit den neueren Entwicklungen in der Gliederung des Pflanzenreiches beschäftigen und dabei nach und nach die Darstellung der Pflanzenfamilien auf den neuesten Stand bringen.

Warum die oft unbequemen Namensänderungen unserer Pflanzen?

Alles in der Welt ist in Veränderungen begriffen, nichts bleibt auf die Dauer so, wie es einmal war. Das trifft auch auf unser Wissen von der Natur zu. Es entwickelt sich immer weiter und kann deshalb immer besser die tatsächlichen Verhältnisse in der Natur widerspiegeln. In bestimmten Phasen müssen deshalb auch unsere Wissenssysteme erneuert werden. Da sich das Wissen in der Gegenwart viel schneller als früher vermehrt, treten diese Veränderungen jetzt auch öfter auf als früher. Niemand kann mehr ein ganzes Leben mit demselben System verbringen, so wie es früher einmal möglich war. Das Umlernen wird unser ständiger Begleiter. Natürlich ist das nicht immer bequem, und wir stöhnen gelegentlich darüber. Es ist aber auch interessant zu sehen, wie sich diese Weiterentwicklung vollzieht.

Systeme sind dazu da sich in der Welt zurecht zu finden

Die uns umgebende Welt ist voller Vielfalt in allen Dingen. Wenn wir mit ihnen umgehen wollen, müssen wir sie ordnen. Das Wort „Das Genie beherrscht das Chaos" ist ein schöner scherzhaft gemeinter Spruch, der für uns normale Menschen eben einfach nicht zutrifft. Die Benennung aller Dinge um uns herum ist in Systemen geordnet. Das trifft auf unsere Autos zu, die man nach Herstellern, Hubraumgrößen, Steuerklassen, Antriebsprinzipien oder ähnlichem ordnen kann, oder den Sport, den man nach Sportarten einteilt. Genauso ist es mit unserem Wissen über die Natur beschaffen. Gesteine kann man nach den Mineralien ordnen, die sie aufbauen, oder nach ihrer Entstehungsweise. Lebewesen werden auch in verschiedenen Systemen klassifiziert. Anders kann man ihrer ungeheuren Vielfalt nicht Herr werden.

Verschiedene Ordnungsmöglichkeiten für die Pflanzenwelt

Für alles gibt es mehrere Möglichkeiten Ordnung in die Vielfalt zu bringen. Die Klassifizierung richtet sich nach dem Zweck der Einordnung. Bei den einzelnen Pflanzen kann man dabei verschiedene Prinzipien zugrunde legen. Die wichtigsten sind die Verwandtschaft, verschiedene Lebensformen in ihrer Anpassung an die Umwelt, verschiedene Baupläne oder die Einteilung nach der Nutzung.

Beispiele für die Ordnung nach der Verwandtschaft (Pflanzenfamilien)

Beispiele für die Einteilung nach Lebensformen in ihrer Umwelt


Es können aber auch die gesamten Lebensräume klassifiziert werden, in denen die Pflanzen wachsen: als Ganzes (Wälder, Gewässer, Steppen, Wüsten usw.) oder im Detail (Pflanzengesellschaften). Oder aber man klassifiziert einzelne Teile der Pflanzen. So kann man z.B. verschiedene Typen von Blüten unterscheiden oder verschiedene Typen von Speicherorganen.

Beispiele für die Einteilung nach dem Körperbau

Beispiele für die Einteilung nach der Nutzung



Welches dieser Ordnungsprinzipien ist für die Namensgebung der Pflanzen ausschlaggebend?

Die meisten Systeme sind künstlich, weil menschliche Gesichtspunkte ihre Grundlage bilden. Wenn man aber die Verwandtschaft der Pflanzen zugrunde legt, wie sie in der stammesgeschichtlichen Entwicklung entstanden ist, erhält man das natürliche System der Pflanzen. Es ist nicht immer leicht diese Verwandtschaft zu erkennen, weil sehr viele Merkmale nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Oft muss man die Verwandtschaft mit geradezu kriminalistischen Mitteln erforschen. Je besser wir aber die Merkmale erkennen, desto perfekter wird das System.

Das natürliche System der Pflanzen ist also nicht fertig "vom Himmel gefallen", sondern es wird von Menschen immer weiter entwickelt. Das bedeutet aber auch, dass Veränderungen immer wieder notwendig werden. So wie sich das System verändert, verändern sich auch viele Pflanzennamen und oft auch die Zuordnung zu den Familien. Das ist eine automatische Folge, und wir müssen damit leben, es akzeptieren und anwenden. Wenn wir es positiv nehmen, können wir auch die interessante Seite dieser Entwicklung erkennen.

Beginnen wir also im 2. Teil mit der Entwicklung des Pflanzensystems


Berlin, den 10. Januar 2009

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