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Tipps für den Pflanzenkauf im Winter

Speziell bei Euphorbia pulcherrima Willd. ex Klotzsch - Weihnachtsstern

Transport tropischer Pflanzen in der kalten Jahreszeit - die Verkäufer lassen den Kunden "im Regen" (Schnee) stehen! Kaufen Sie Ihre Pflanzen im Winter nur dort, wo sie gegen die niedrigen Temperaturen geschützt verpackt werden (können). Auch dürfen diese Pflanzen dann nicht vor der Ladentür präsentiert werden. Bei sehr strenger Kälte verzichten Sie lieber auf sofortigen Kauf. Bitte Geduld üben, denn ein paar Tage später, wenn der schlimmste Frost vorbei ist, lassen sie sich leichter transportieren, und sie haben mehr Freude daran.

Grundsätzlich gilt nachfolgendes für Pflanzen in Erde und für Pflanzen in Hydrokultur!
Wie im Sommer werden auch im Winter die Zimmerpflanzen bei vielen Märkten und von manchem "Fachhändler" (?) vor die Ladentür gestellt. Dabei wird wenig oder gar nicht auf die tatsächlichen Temperaturen geachtet. Die Gründe sind z.B. der geringe Platz im Laden, oder der Kunde soll angelockt und zum Kauf animiert werden. Sicher können manche Pflanzen, die ja meist aus tropischen Gebieten stammen, einiges "vertragen". Aber hier gibt es auch Unterschiede. So verträgt eine Yucca oder eine Beaucarnea recurvata niedrigere Temperaturen, aber nicht unter 0 °C, für einen längeren Zeitraum.
Eine Euphorbia pulcherrima (Weihnachtsstern) dagegen verträgt keine solch niedrigen Temperaturen.


Diese Weihnachtssterne sehe ich immer wieder bei weniger als 10 °C vor der Ladentür. So haben die Pflanzen gleich einen "Schlag" weg. Kaufen Sie solche schlecht behandelten Pflanzen nicht, denn sie werden sich bei Ihnen schnell "verabschieden".

Jedes Jahr im November die gleiche Situation. Es gibt die ersten Tage, an denen das Thermometer auch tagsüber leichte Minustemperaturen zeigt. Da sehe ich einen Herrn mit einer Bananenstaude aus einem Laden kommen, um heimwärts zu wandeln. Sinnigerweise war der Topf, der es nicht unbedingt nötig hat, mit einer Kunststofftüte des Ladens eingepackt. Die Blätter aber tanzen luftig bei minus 2 °C. Dafür wurde keine Tüte, oder Papier "geopfert". Diese Bananenstaude wird sicher nicht über den Winter kommen.

Es gibt auch ein großes Möbelhaus, bei dem oft Pflanzen in der kalten Jahreszeit ohne genügenden Schutz das Haus verlassen. Sicher haben viele Häuser, Gartenzentren und Baumärkte Selbstbedienung, aber es fehlt der Hinweis für die Kunden, daß die Pflanzen entsprechend geschützt werden müssen, auch wenn sie "nur" bis zum Auto getragen werden. An der nötigen Hilfestellung des Verkaufspersonals fehlt es allemal. Und beim Kauf der Pflanzen zwischen Käse und Gemüse sollten Sie auch darauf achten, daß Sie die Möglichkeit haben die Pflanzen bei niedrigen Temperaturen zur Not selbst einpacken zu können. Die Kunststofftüten, in denen die Pflanzen auf Paletten stehen, bieten keinen ausreichenden Schutz gegen Kälte, sondern dienen nur zum (schwachen) Schutz beim Transport zum Händler. Auch schützen diese Tüten die Pflanzen etwas, wenn die Endkunden sehr unachtsam in den Verkaufspaletten wühlen.
Bei Dauerfrost (durchgehend mehr als -5 °C) ist es sogar notwendig unter dem Geschenkpapier zusätzlich Zeitungspapier als Isolierung mit einzuwickeln.

Bei vielen Straßenfesten, und jetzt auch Weihnachtsmärkten, werden so manche Pflanzen verschleudert, die sich aufgrund der niedrigen Temperaturen was weggeholt haben. Solche mutigen Käufer, die sich anfangs über das gemachte Schnäppchen (?) freuen, rennen dann wieder zu den Fachleuten und fragen denen Löcher in den Bauch, warum die Pflanze nicht gedeiht bzw. so schnell eingeht. Dort, wo sie die Pflanze gekauft haben, können sie nicht mehr hingehen, da die fliegenden Händler ja weg sind.

Bei Schnittblumen, je nach Art, sind natürlich niedrigere Temperaturen für längere Haltbarkeit von Vorteil. Aber auch hier gibt es Grenzen.

Ebenso wirkt sich ständiges Herein- und Hinausräumen der Pflanzen und Schnittblumen nicht gerade positiv aus, weil dann die Nachttemperaturen ja höher sind als die Tagestemperaturen.

Anmerkung: In den 80iger Jahren habe ich mir extra für den Transport von Orchideen im Winter einen großen Karton mit Styropor ausgekleidet. Sie wurden dort bei Mitgliedertreffen gezeigt, und ich wollte die Pflanzen auch wieder sicher nach Hause bekommen.

Fazit:
Denken Sie mal darüber nach, aus welchen Klimagebieten die überwiegende Zahl der Zimmerpflanzen herkommt. Meist stammen sie aus tropischen, zumindest warmen Gefilden. Wenn sie solche Gewächse in Pflege nehmen wollen, so schützen Sie diese auf dem Transport in der kalten Jahreszeit.

Berlin, den 02. Dezember 2001

Dieser Beitrag ist auch im Jahr 2015 noch gültig.
Wir haben schon wieder Weihnachtssterne bei Temperaturen
um 0 °C vor der Ladentür gesehen.

Lesen Sie bitte dazu auch diesen Artikel.

• Ergänzungen im November 2015

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