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Ja zur Hydrokultur!

Pflanzen ohne Erde - wie geht das?

Günter Gregg † - Ehrenpräsident der DGHK


Jeder Spaziergang durch die Natur führt uns Pflanzen in Erde vor Augen. Das ist so selbstverständlich - wie konnte da überhaupt jemand auf die Idee kommen, ein anderes Substrat finden zu wollen? Welche Funktionen hat der Boden bzw. haben die gärtnerischen Erden, und warum können wir sie in der Hydrokultur so optimal ersetzen?

Damit sie nicht umfallen

Zunächst einmal hat der Boden die Aufgabe, den Pflanzen und ihren Wurzeln Halt zu geben. Kein Thema - das kann der Blähton genau so gut. Die Wurzeln halten sich am Blähton fest und bilden kleine, kompakte Wurzelballen. Dass diese in der Regel deutlich kleiner bleiben als bei Erdpflanzen, ist ein Beweis für die optimale Versorgung der Pflanze: Sie muss ihre Wurzeln nicht ständig auf die Suche nach Wasser und Nahrung aussenden. Aber die Erde selbst dient nicht zur Ernährung der Pflanzen, sondern lediglich die darin enthaltenen Mineralstoffe.

Damit sie satt werden

Mit Hilfe von Mineraldünger ist es deshalb möglich, Pflanzen im mineralischen Substrat Blähton aufzuziehen und zu halten. Denn heute weiß man, dass es in erster Linie darauf ankommt, der Pflanze bestimmte Nährstoffe zuzuführen, und kann diese in optimaler Menge und Zusammensetzung anbieten.
Dabei ist Hydrokultur keine Erfindung einfallsreicher Gärtner, sondern der Natur selbst: Vor Jahrmillionen waren Wasser und Lavagestein die Baustoffe der sich langsam entwickelnden Pflanzenwelt. Die "Hydrokultur-Insel" Lanzarote ist noch heute anschauliches Beispiel für üppiges Pflanzenwachstum aus Lavagestein.

Damit sie atmen können

Auch der Blähton der Hydrokultur ist nichts anderes als mineralisches Gestein, das wie Lava bei Temperaturen um 12.000° C gebrannt wird. Die geblähten Tonkügelchen behalten ihre Struktur, können sich nicht verdichten und garantieren so den unschlagbaren Vorteil der Hydrokultur:
Sie halten der Luft immer Wege frei und garantieren damit die lebenswichtige Wurzelatmung der Pflanzen.
Da man auf Erde als Nahrungsträger nicht mehr angewiesen ist, sind die Pflanzen für uns so beweglich geworden wie noch nie. Man kann ihnen nahezuüberall ideale Bedingungen bieten. Schmutz und Schlamm sind dabei ausgeschaltet, ebenso wie die Gefahren, die durch Krankheitskeime im Boden verursacht werden können.

Damit sie in unser Leben passen

Der Blähton selbst ist chemisch neutral und strukturstabil. Da er weder verschlammen noch sich verdichten kann, bleibt der lebensnotwendige Luftaustausch an den Wurzeln immer gesichert. Das macht die Pflanzen stark und schön - nicht nur im Wohnbereich, sondern überall dort, wo natürliche Erden weichen und Pflanzen in Gefäßen gehalten werden sollen.


Berlin, den 17. Oktober 2009

Dieser Beitrag erschien bereits einmal in der Vereinszeitschrift Hydrokultur intern der Deutschen Gesellschaft für Hydrokultur. DGHK

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