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Stevia - Süßen ohne Kalorien

Wer verhindert die Zulassung als Lebensmittel?
*) siehe am Ende des Artikels

Wir schreiben hier über:

Stevia rebaudiana (Bertoni) Bertoni -  Sweet Leaf of Paraguay - gehört zur Familie der Asteraceae, der Korbblütengewächse.
Sogar im Zander wird diese Pflanze als  Nutzpflanze geführt.

Viele Ernährungsberater empfehlen Stevia als kalorienfreies Süßungsmittel. Das ist besonders interessant für Diabetiker. Allerdings sind die Produkte, die Auszüge und die Blätter, in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen. Auf den Packungen befinden sich die entsprechenden Hinweise (siehe Bilder).

In Deutschland können Sie die Produkte aber dennoch kaufen. Die gerebelten Blätter bekommen Sie in der Apotheke. Diese eignen sich z.B. zum Süßen von Tee. Hier geben Sie diese gleich beim Brühvorgang dazu, und die Reste bleiben im Sieb.
Die anderen Produkte bekommen Sie in Reformhäusern oder im Internet. Sie werden als Granulat oder Pillen angeboten, manchmal auch in flüssiger Form. Diese Pillen sehen genauso aus wie die herkömmlichen Süßstofftabletten.


Überall steht aber der Hinweis, daß Stevia nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Warum aber sollen die Verbraucher nicht einen Stoff verwenden dürfen, der viele Hundert Jahre in Südamerika als Süßungsmittel benutzt wird.
In Japan sind Produkte aus Stevia schon seit vielen Jahren als Lebensmittel zugelassen.

Im Jahr 2007 fragte ich bei einem Besuch in einer Schweizer Apotheke nach Produkten aus der Stevia-Pflanze. Da war diese gerade verboten worden. Neue Nachrichten sagen, daß die Schweiz jetzt eine Vorreiterrolle spiele. Und seit 2009 gibt es in der Schweiz sogar schon eine Schokolade mit Stevia.


Inzwischen gibt es auch Meldungen, daß Stevia in Frankreich zugelassen wurde. So läßt die Zulassung innerhalb der EU sicher nicht mehr lange auf sich warten.
Um das Steviosid aus den Pflanzen zu lösen sind chemische Stoffe notwendig.
Sehr oft bekommen gefährlichere Stoffe eher eine Zulassung als Stevia. So wird an vielen Orten immer noch geforscht, so auch an der Universität Hohenheim.

Wer verhindert also die Zulassung als Lebensmittel?
Wer hat ein Interesse daran, daß zum Beispiel das Süßkraut nicht verzehrt werden soll?

Wir können diese Fragen nicht eindeutig beantworten. Eine Vermutung liegt aber nahe. Es ist die Lobby der Zuckerindustrie. Nach der Zulassung in Japan erlebte die Zuckerindustrie einen Einbruch und diesen befürchten die Produzenten hierzulande.

Ein Artikel des Spiegels zeigt deutlich, wie die "Sache" wieder mal gelaufen zu sein scheint. Die Industrie mußte sich zuerst über die Verteilung des "Kuchens" einig werden. Lesen Sie mal diesen interessanten Artikel.

In den letzten Jahren sahen wir, daß in vielen Gartenmärkten die Stevia rebaudiana als Topfpflanze vermehrt angeboten wird. Wir selbst hatten diese Pflanze im Jahr 2007 auf dem Balkon stehen, diese aber zu spät im Herbst rein geräumt. So wurde sie ein Opfer des Frostes. Die Stevia rebaudiana ist nämlich nicht winterhart.



Wenn Sie sich eine solche Pflanze selbst kaufen wollen, so denken Sie daran, daß sie Ihren Zuckerbedarf mit dieser einen Pflanze nicht decken können. Aber einen Versuch im kleinen Stil ist es wert. Einen geeigneten Platz für den Winterstandort sollen sie aber zur Verfügung haben. Im Sommer steht die Pflanze am Besten im Freien.
Wenn Sie Steviaprodukte verwenden wollen, so tasten Sie sich vorsichtig mit der Dosierung heran. Bei Überdosierung schmecken die Speisen und Getränke nämlich "ekelhaft".

Im August 2010 konnten wir hier in Berlin  folgende Produkte im Reformhaus kaufen:




Der Hersteller dieser Produkte schreibt das Wort Stevia mit zwei "e" und setzt das ® gleich dahinter. Er hat sich so einfach den Pflanzennamen schon als Markennamen registrieren lassen.  Der Verbraucher wird es ja nicht merken?
Beachten Sie noch die Hinweise auf den Etiketten, daß das Produkt nur zur Herstellung von Dental- und Hautkosmetik zu verwenden sei.
Bei den beiden Varianten "Fluid" und "Extrakt" ist das noch zu verstehen. Die "Tab's" müssen dann aber wieder zerrieben oder aufgelöst werden. Wozu das verwirrende Spiel also?
Es ist wieder nur eine Täuschung und das Aushebeln der zurzeit noch geltenden Bestimmungen.

Wir haben z.B. die "Pillen" zum Süßen für Kaffee verwendet. Die Dosierung entspricht der bei den "anderen Süßstoffpillen".


Weitere ausführliche Informationen finden Sie bei Wikipedia.

Sehr interessant ist diese Internetseite: Free Stevia .... informiert
Hier werden viele Informationen über das "Hin und Her" um die Produkte aus der Pflanze gesammelt.



Berlin, den 07. August 2010

 
*)  Nachtrag im November 2011
Inzwischen wurde Stevia innerhalb der EU als Lebensmittel freigegeben.
Lesen Sie dazu diesen Beitrag


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