..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Anorganische Substrate für die Hydrokultur ::..

Anorganische Substrate für die Hydrokultur

Anorganische Substrate für die Hydrokultur

Als Substrat werden im Sprachgebrauch natürliche oder künstliche Stoffe bezeichnet, die anderen Stoffen oder Lebewesen als Grundlage oder umhüllende Stütze dienen. Bei Bakterien oder Pilzkulturen dient ein Substrat auch als Nährboden. Bei der Hydrokultur ist das Füllsubstrat ein Ersatz für die Erde, in der die Wurzeln nicht nur Nahrung, sondern auch Halt finden.
Durch den ständigen Kontakt mit der Nährlösung muß das Substrat bestimmten Anforderungen gerecht werden.

Diese sind:


All diesen Eigenschaften kommt der heute fast ausschließlich verwendete Blähton am nächsten. Eine andere Handelsbezeichnung ist Lecaton®. Dieser Name leitet sich ab aus der englischen Kennzeichnung "Light expanded clay aggregate".

Dieser aufgeblähte Ton wird aus ausgesuchten Tonschichten in einem ca. 80 m langen, zweigeteilten Drehrohrofen bei ca. 1200 °C gebrannt. Durch das im Ton enthaltene Carbonat (kohlensaures Salz) und die Hitze entsteht die Struktur, die die Luft- und Wasserführung im Wurzelbereich der Hydrokulturpflanzen von Vorteil sind. Es darf aber nur Blähton für die Hydrokultur verwendet werden, der als solcher ausgewiesen ist. Anderer Blähton dient als Dämmstoff in der Bauindustrie.

Im elterlichen Baugeschäft, in der Nähe von Bern, entdeckte der Schweizer Gerhard Baumann die Verwendungsmöglichkeit für die Hydrokultur. Er als Blumen- und Pflanzenliebhaber experimentierte mit dem leichten Material, um die bis dahin verwendeten Substrate, wie Quarzkiesel oder Basaltsplitt zu ersetzen, was besonders durch das geringe Gewicht beim Füllen von Großgefäßen vorteilhaft ist. Zusätzlich positiv sind die Eigenschaften des Blähtons bezüglich Luft- und Wasserführung gegenüber den bisher verwendeten Kiesel- und Splittarten.

Hier noch einmal eine Auflistung der Substratarten, die in der Hydrokultur Verwendung finden (fanden), zum Teil aber heute nicht mehr im Handel bzw. schwer zu beschaffen sind. Teilweise fehlen ihnen auch die positiven Eigenschaften des Blähtons, die dann durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden müssen.

Bildübersicht über eine Auswahl von Substraten:






Neben den oben abgebildeten Substraten gibt es auch noch:
Hygromull, Basalt und Granatsplit.

Eine Übersicht mit einer genauen Beschreibung zu allen Substraten für die Hydrokultur finden Sie hier:
Alle Substrate

Für die Hydrokultur weniger bis gar nicht geeignet (obwohl z.T. dafür angeboten) sind folgende Substrate:

Die häufig gestellte Frage:
Kann ich gebrauchten Blähton (oder andere Substrate) wieder verwenden?

Grundsätzlich ja.

Aber alle Wurzelreste müssen entfernt werden! Waschen, Durchspülen und Reinigen erfordern viel Aufwand. Der Aufwand an Zeit, Wasser und Energie steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Es bleiben immer Wurzelreste im Substrat, die nachfolgend eingesetzten Pflanzen schaden können. Auch eine Desinfektion ist zu aufwendig. Dazu kommt die nachfolgende Reinigung der "Arbeitsstätte". Die ganze Prozedur ist zu aufwendig. Das Ganze ist Sparsamkeit am falschen Platz mit wenig Erfolg.

Wenn der Pflanzenliebhaber regelmäßig Pflanzen einsetzt oder umsetzen muß, lohnt in jedem Fall der Kauf eines größeren Gebindes Blähton, anstelle öfter einer kleinen Packung. Das Material hat, wie oben beschrieben, solche Eigenschaften, die es lagerfähig machen. Sicher ist Blähton (und alle anderen Substrate) etwas teurer in der Anschaffung, aber auch eine gute Erde ist teuer!

Lecaton und Lecadan sind eingetragene Warenzeichen von: Leca

Berlin, den 26. Februar 2001

Überarbeitet 2007

Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen