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Mitgliederversammlung 2011 der DGHK in de Kwakel in den Niederlanden

In De Kwakel und Aalsmeer in den Niederlanden - 1. Teil

© Jochen Euler

Die Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur hatte anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens zu einem besonderen Tagungsort geladen:
"De Pier" - Scheveningen, in Holland!
Tagungsort und Tagungsraum waren genau dem Anlass entsprechend gewählt worden.
Aus der Forschungsstelle für erdelose Pflanzenanzucht e. V. ist im Laufe der Jahrzehnte die Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V. geworden. Es gibt auch Mitglieder in 6 Europäischen Ländern und in Israel.

Der Geschäftsführer, Stefan Hecktor, hob in seinem Schlusswort auch besonders diese tragenden Säulen der DGHK hervor:
Begegnung, direkter Kontakt und Austausch mit den einzelnen Mitgliedern im Rahmen von Veranstaltungen, z. B. der Mitgliederversammlung. In einer Zeit, die immer hektischer und technischer wird, ist so eine erholsame Insel nicht nur für die Seele wichtig; sondern in solch einer Atmosphäre des ergänzenden Miteinanders entstehen genau die Gesprächssituationen, die die Gründungsväter in die Satzung geschrieben haben: "Weitergabe der Erkenntnisse und Erfahrungen ..., persönliche Beratung der Mitglieder !"

Unser Geschäftsführer, Stefan Hecktor, hatte mit Unterstützung der Event - Managerin, Frau Esther Mooij von der Fa. Nieuwkoop, ein attraktives und interessantes Programm rund um die MV organisiert und es konnte sich wirklich sehen lassen!
Traditionell haben wir den Bericht über die Mitgliederversammlung immer chronologisch aufgebaut und deshalb beginnen wir nun mit dem Anreisetag.


Da die Tagungsorte Aalsmeer,  De Kwakel - Nord-Holland und Scheveningen - Süd-Holland waren, hatten wir unsere Quartiere in Lisse - Süd-Holland ausgewählt. Wir fuhren am Donnerstagmittag gemeinsam mit Marlit Schnädelbach aus Herten und Herbert Mosel aus Berlin in Richtung Lisse. Nach einer relativ zügigen Fahrt kamen wir in unserem Hotel "De Duif" in Lisse an und wollten unsere Zimmer beziehen, es war inzwischen 17.00 Uhr. Die große Überraschung, unsere Zimmer waren gar nicht gebucht! Wie gut, dass wir die ausgedruckte Bestätigung des HRS dabei hatten. Nach einer ¾ Stunde mussten (durften) wir dann alle eine Apartment -Wohnung beziehen, sehr großzügig über zwei Geschosse gestaltet und mit einem Design in schwarz und Silber. "In Holland ist eben alles anders", so haben wir uns getröstet!

Auch die jüngste Teilnehmerin war von dem Angebot und dem Ambiente des Hotels "De Nachtigaal" beeindruckt, denn in diesem Alter ist man noch sehr kritisch, auch wenn der Vater den Ort ausgewählt hat. Johanna, Makelia, Alice Hecktor war jedoch mit dem festlichen Rahmen im Restaurant des Hotels einverstanden und fand "ihre Geburtstagstafel" dem Anlass entsprechend durchaus angemessen. Gewundert haben wir uns nur alle am nächsten Tag über die Abrechnungspraxis des Restaurants, denn im Gespräch stellten wir fest, dass alle Teilnehmer bei gleichen Menüs unterschiedlich abkassiert wurden. Ob das an dem neuen Computerprogramm lag? Für uns ein Grund den zweiten Abend in einem anderen Lokal ausklingen zu lassen. "In Holland ist eben alles anders!" Von Lisse aus waren die eigentlichen Veranstaltungsorte mit dem Auto jeweils in einer ½ Stunde sehr gut zu erreichen, denn Süd- und Nord-Holland grenzen direkt aneinander.

Leider konnte der erste Abend nicht so ausgiebig genossen werden, wie wir das so gewohnt sind, denn der 2. Tag war für die Besichtigungen reserviert und sollte schon um 7.30 Uhr in Aalsmeer mit der FloraHolland beginnen.



"Bloemen uit Aalsmeer"


FloraHolland, der größte Blumen-Versteigerungsort der Welt ist einfach nur gigantisch - spektakulär! Die Versteigerungshallen in Aalsmeer mit einer Grundfläche von 999.000 m² stehen als das weltgrößte Handelsgebäude im Guinness-Buch der Rekorde und wurden erst 2008 vom Flughafen Dubai als größtes Bauwerk der Welt abgelöst. Wenn man sich diese Fläche als Rechteck vorstellt, kommt man auf ca. 6 km x 165 m; entsprechend gigantisch ist das Blumenmeer! So weit das Auge reicht, Blumen, Blumen, Blumen und dann, so kommt es einem wenigstens vor, alle die Sorten, die man sonst im normalen Blumengeschäft so nicht findet und nicht nur in Einzelexemplaren, sondern hier direkt in ganzen Container-Reihen. Wie von Geisterhand wurden diese Container-Reihen dann geordert und setzten sich in Bewegung, geführt durch die in den Boden eingelassenen Schienen, ähnlich denen der Straßenbahnschienen aus dem öffentlichen Straßennetz.



"Für die weitaus meisten Zierpflanzenbetriebe ist die Versteigerung nach wie vor das Welthandelszentrum schlechthin - der beste Weg, ein möglichst breites Sortiment von Blumen aus aller Welt zum Marktpreis zu erwerben. Von großen Einheitsposten für Exporteure und Einzelhandelsketten, bis hin zu einzelnen Sträußen für Blumenläden und Marktstände. FloraHolland kümmert sich dabei um die erforderliche Logistik. Auf der Versteigerung werden gigantische Schnittblumenposten, bestehend aus Hunderttausenden Stielen einer einzigen Sorte, aus allen Erdteilen der Welt angeliefert. Von den Niederlanden aus verkaufen die Exporteure diese Blumen und Pflanzen, in kleineren Posten und in Kombination mit Hunderten anderer Sorten, wiederum in alle Welt. So erhält jeder Einzelhändler, Exporteur oder Großhändler immer die von ihm gewünschten Blumen und Pflanzen. Eine einzigartige Position auf dem Weltmarkt!"



Blumenversteigerung "Flora Holland" in Aalsmeer


Nachdem alle Teilnehmer dieser gigantischen Blumenschau auf dem riesigen Gelände ihre Autos wieder gefunden hatten, konnten wir den zweiten Höhepunkt des Tages in Angriff nehmen.
Die Fa. Nieuwkoop Europe BV hatte uns zu einem Gewächshaus - Rundgang mit anschließendem Imbiss eingeladen. Was wir in den frühen Vormittagsstunden unter dem Schwerpunkt "Schnittblumen" erlebt hatten, präsentierte sich uns jetzt unter dem Stichwort: "Topf- und Kübelpflanzen".


Mit gewohnter Professionalität begrüßte uns der Verkaufsleiter Tonny van Hal, auf das Herzlichste und hieß uns "Willkommen". Nach einer kurzen Einführung in die Historie der Fa. Nieuwkoop ging es dann weiter durch die Gewächshäuser. Wer bis dahin noch nicht ins Staunen geraten war, hatte nun reichlich Gelegenheit dazu: Pflanzen über Pflanzen, soweit das Auge reichte und die Füße trugen! Dazu diese Akkuratesse und Reinlichkeit in solch einem großen Betrieb, hier wird nichts dem Zufall überlassen, alles ist bis ins kleinste Detail durchstrukturiert und geplant, "man hat alles im Griff"! Diese Vielfalt an Pflanzen und dieses Farbenspiel dürften in der Form wohl in Europa einmalig sein! Tonny van Hal betonte sehr eindringlich, dass sie alle Pflanzensorten und Größen produzieren würden, wie von ihren Kunden gewünscht!

So präsentierte er uns die "Kinderstube" seiner Produktion; nach wie vor wird auch heute noch, wie eh und je, ausgewaschen! Beeindruckend auch die Bäume, die je nach Kundenwunsch auf "Hydrokultur" oder "Erde" standen. Wenn man so durch die Gewächshäuser schlenderte, konnte einem schnell der Gedanke kommen: "Hier gibt es nichts, was es nicht gibt!"


Nach diesem überwältigenden Rundgang freuten sich alle auf den Mittagsimbiss und stärkten sich mit den köstlichen Baguettes und diversen Getränken. In dieser schönen und gemütlichen Firmenkantine konnten alle die Pause genießen und sich über das gerade Erlebte austauschen, Gesprächsstoff gab es zur Genüge. Das wurde noch intensiver, als der Geschäftsführer Danny Gerritsen zu uns kam und jeden Teilnehmer persönlich sehr herzlich begrüßte. Da war Begeisterung und Bewunderung spürbar; es wurden neue Kontakte geknüpft und alte wieder aufgefrischt. Es war ganz offensichtlich, "man kannte sich in der Szene!"

Als Andenken an diesen eindrucksvollen Besuch erhielten alle Teilnehmer eine grüne Schultertasche der Fa. Nieuwkoop mit Prospektmaterial und kleinen Überraschungen. Zum Abschluss des Besuches führte uns Tonny van Hal noch durch die Präsentationsräume der Fa. Nieuwkoop. Was konnte uns jetzt noch überraschen?! Wir befanden uns in dem ehemaligen Wohnhaus von Danny Gerritsen und seiner Familie und bekamen einen kleinen Eindruck davon, wie "man" eine Wohnung und den Garten mit Pflanzen und dem entsprechenden Zubehör an Keramik u.a.m. gestalten kann/könnte!


Doch, es gab noch einige interessante Objekte/Räume zu besichtigen! Vor gut einem Jahr wurden die Präsentationsräume total umgestellt. Wenn in der Vergangenheit in den Präsentationshallen (fast) alle Artikel des Sortiments vorgestellt wurden, so ist nun nach dem neuen Konzept das ehemalige Wohnhaus des Geschäftsführers zum Ausstellungsort umgestaltet worden. Hier bekamen wir einen kleinen Eindruck für die Praxis von all den vielen Möglichkeiten vermittelt, was Raumbegrünung ermöglichen/bewirken kann/ soll, was uns all die Jahre schon auf der IPM in Essen jedes Jahr präsentiert wurde!

Die Fortsetzung lesen Sie bitte im 2. Teil des Berichtes

Berlin, den 12. November 2011

Mehr Bilder mit Pflanzen, vom Begleitprogramm und  von Teilnehmern der Mitgliederversammlung 2011 finden Sie dieser Galerie

Diesen Artikel haben wir von der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Hydrokultur übernommen.

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