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Schattenpflanzen — was bedeutet das?

Schatten wird bei der Pflanzenpflege oft "falsch" ausgelegt

"In vielen Pflegeanleitungen und Pflanzenbüchern werden die Pflanzenstandorte mit Schatten oder schattig angegeben. Das ist insofern richtig, wenn man den natürlichen Standort der Pflanzen in Betracht zieht." So steht es in dem Artikel Schatten ist nicht gleich Schatten

Ein Sprichwort sagt: Wo Licht ist, ist auch Schatten!
Licht ist der dem menschlichen Auge sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung. Mithilfe des Lichts können die Pflanzen die für sie lebensnotwendige Fotosynthese durchführen und aufrechterhalten (Kohlenstoffassimilation). Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Beleuchtungsstärke.
Für die Pflanzen ist nur ein bestimmter Ausschnitt des Lichtspektrums wirksam. Die hierfür verwendete Größe der Beleuchtungsstärke wird bezogen auf die Anzahl der absorbierten Lichtquanten und wird in mmol Quanten m–2 s–1 oder W m–2 angegeben, im Unterschied zu der für das menschliche Auge wichtigen Größe, die Lichtstrom (gemessen in Lumen pro Fläche - 1Lumen/m2 = 1Lux) heißt und auch Lichtintensität genannt wird.

Treffen diese Lichtwellen auf ein undurchlässiges Hindernis, so wird der Bereich auf der abgewandten Seite als Schatten bezeichnet.
Schatten ist damit die Abwesenheit von mehr oder weniger Licht.


Damit erklärt das Licht den Schatten!



Die Fotos machen sehr deutlich, dass der Schatten von der Intensität des Lichtes bestimmt wird. Auf dem Foto "Lichtreflexe auf Feldweg" wird diese Verringerung des Lichtes als schwarze Fläche erkennbar. Genauso verhält sich das menschliche Auge, durch die Adaptionsfähigkeit des Auges stellt sich der Mensch auf die Lichtdichte seiner Umwelt ein.

"Genau das machen auch die Pflanzen,
Sonnenlicht ist reine Gewöhnungssache“

Die Sonnenverträglichkeit einer Pflanze ist also tatsächlich standort- und gewöhnungsabhängig und funktioniert in beide Richtungen, Überschuss wie Mangel. Denn selbst dann, wenn eine Art naturgemäß volle Einstrahlung am heimischen Habitat verträgt, so gibt es auch dort im Heimatareal schattierte Standorte, an welche diese Art geraten kann (sei es durch z. B. ihre keimende Saat am lichtschwierigeren Standort oder auf Grund nach und nach stattfindender Überbauung durch Nachbarvegetation).

Natürliche Reaktionen der Pflanze auf weniger verfügbares Licht sind üblicherweise die Vergrößerung der Blattspreite – die Oberflächenvergrößerung für mehr Lichtabsorptionsfläche und/oder die Einlagerung von mehr Chlorophyll – die bessere Flächenausnutzung durch vermehrte Energierezeptoren.

Eine natürliche Reaktion der Pflanze auf reichlich Licht hingegen  ist beispielsweise  die Verstärkung der wächsernen Kutikula ("ledrige Blätter", andere Anpassungen von Pflanzen typischer Sonnenstandorte wie Sukkulenz, Behaarung etc. an dieser Stelle einmal unbeachtet)".

Ausführlich hat Engelbert Kötter in dem Artikel "Here comes the sun" diese Problematik dargestellt.




Aber auch wenn eine Tropenpflanze in unseren Breiten kultiviert worden ist, so ist trotzdem meistens ihr Lichtbedarf höher als der einer Pflanze, die sich im Evolutionsprozess an unsere Breiten angepasst hat!


Berlin, den 07. Dezember 2013


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