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Blüte der Adonisröschen im Oderbruch

Adonis vernalis L. - Familie Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse

Das Adonisröschen kommt aus ostasiatischen, südsibirischen Steppenregionen.
Der Name Adonis kommt aus der römischen Sage. Venus soll ihren Geliebten Adonis, den der eifersüchtige Mars von einem Eber töten ließ, in die rote Blume Adonis verwandelt haben. Neben dem gelbblühenden Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis L.) - veris (lat.) = Frühling, gibt es auch das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis L.)  - aestas (lat.) = Sommer. Letzteres ist rotblühend und hat kleinere und weniger Blütenblätter als das Adonis vernalis L..


Alle 5 bis 7 Jahre lohnt sich eine Wanderung im April zu den Adonisröschen im Oderbruch bei Lebus und bei Mallnow.
Landschaftlich unterscheiden sich  beide Vorkommensgebiete doch sehr.

Die Oderhänge in Lebus befinden sich rechtsseitig des Weges. Das ehemalige sumpfige Gelände wurde unter Friedrich II entwässert, trocken gelegt. Hier ist sich die Natur selbst überlassen und der Biber findet reichlich Unterschlupf und Nahrung. Kunstvoll abgenagte Baumstümpfe und Baumstämme sind zu sehen. Der Weg am Hang entlang ist gut ausgeschildert, nach ca. 1 bis 1,5 km entdeckt man die ersten Adonisröschen. Insgesamt ist der Weg ca. 3 - 4 km lang.


Ganz anders ist die Landschaft (ca. 300 ha) bei Mallnow. Der Weg beginnt oben und bietet dem Besucher einen herrlichen Überblick über das hügelige Gelände mit zahlreichen gelben Flecken. Die Adonisröschen blühen hier mehr in Gruppen als in Lebus, wo sie eher einzeln stehen.
Die Hauptblütezeit in diesem Jahr konnten die Besucher bei einem Osterspaziergang genießen. Alljährlich wird ein Adonisröschenfest gefeiert. Es war am 15. April 2012.


Das Adonisröschen ist eine geschützte Pflanze. Trotzdem sind hin und wieder unvernünftige und unbelehrbare Besucher mit einer kleinen Schaufel unterwegs und graben Pflanzen aus. Sie werden in ihrem Garten kein Glück haben, denn die Pflanze wird bestimmt nicht anwachsen bzw. fortkommen. Die Pflanze besitzt ein sehr verzweigtes Wurzelsystem, das bis zu 1 m in die Tiefe geht. Sie wächst auf Trocken- und Halbtrockenrasen, auch kontinentales Steppengebiet genannt.

Das Adonisröschen ist giftig für Pferde, Hunde und Katzen, und Nager, wie Hasen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen.

Zur gleichen Zeit wie Adonis vernalis L. blüht auch das
Frühlings-Fingerkraut (Potentilla tabernaemontani Asch.), ebenfalls gelbblühend. Die Pflanze wird 15 - 25 cm hoch, hat 5-7-zählig gefingerte Laubblätter, die Blüten sind goldgelb, ca. 3 - 7 cm.
Für Interessenten ist es in diesem Jahr noch nicht zu spät, denn die Blütezeit kann bis Anfang/Mitte Mai gehen, unter Beachtung der derzeitigen Witterung.


Berlin, den 24. April 2012

©  Ulrich Rau



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