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Landesgartenschau 2012 in Nagold

Ein Besuchsbericht in einer etwas anderen Art von  Diana Baumeister

Die Sonne schien, der Tag versprach einen schönen, erlebnisreichen Ausflug in die von uns etwa 75 km entfernte Stadt Nagold. Start war Walheim bei Besigheim.
Nach einer zähen, staubegleiteten Anreise kamen wir in Nagold an.

Toll!!! Doch, wo geht es hier bitte zur LGS?
Nachdem wir das erste Schild entdeckt hatten und diesem folgten, standen wir suchenden Blickes inmitten einer Kreisverkehrinsel … wohin jetzt?
Na das fängt ja gut an…Wegweiser waren nicht nur wenig hilfreich, schlimmer noch, diese fehlten an manchen Stellen gänzlich!
Nun gut, wir lassen uns den Tag nicht verderben. Mehr intuitiv, als von Wegweisern geführt, kamen wir auf einem ausgewiesenen Parkplatz der LGS an.
Da der Fahrer im Besitz eines Schwerbehindertenausweises war, suchten wir natürlich einen dafür geeigneten Parkplatz. Aber auch hier keine entsprechende Beschilderung!


Nein, wir lassen uns den Tag nicht verderben – die  Sonne schien ja immer noch, der Tag war herrlich und bot die perfekten Rahmenbedingungen für unser Vorhaben, eine tolle Zeit inmitten blühender Blütenpracht zu verbringen. Also, das Auto abgestellt und weiter geht es. Mit Kameras "bewaffnet" machten wir uns auf den Weg.
Der Eingang der LGS lag 900 m entfernt vom Parkplatz. Hier stiegen wir in einen Pendelbus (neudeutsch: Shuttle), der uns dann dorthin brachte.
Na also, klappt doch!!!

Nach diesem endlich positiven Punkt stieg auch unsere etwas "niedergedrückte" Laune wieder.
Doch, zu früh gefreut!

Der nächste "Minuspunkt" wartete schon unweit der Bushaltestelle…
Der Eingang zur LGS ähnelte einer Allee, die anstatt mit Bäumen mit Kassenhäuschen umrandet war.

Es ist ja auch sehr förderlich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, keine Warteschlangen entstehen zu lassen und so den Besuchern einen angenehmen, vielversprechenden Einstieg zu bieten.
Denkste!!!

Von insgesamt sechs zur Verfügung stehenden Kassen war gerade mal EINE offen.
Die Warteschlange wuchs und wuchs, ebenso wie unsere imaginäre "Minus-Punkte-Liste"

Nein, wir lassen uns den herrlichen, von warmen Sonnenstrahlen erfüllten Tag nicht verderben!!!
Endlich hielten wir unsere Eintrittskarten in den Händen,  wurden dann am Eingang auch noch mit tollen knallgelben Papier-Armbändern "beringt“; und so "geschmückt“ machten wir uns auf den Weg zu den "Blütenprachten“.
Tja, wären da nicht schon die nächsten "Minuspunkte“ in Lauerstellung, hätte dies bestimmt ein schöner Rundgang werden können.

Vor uns erschlossen sich unzählige Möglichkeiten, Wege und Pfade, doch…wie haben sich die Veranstalter das eigentlich gedacht?
Nachdem wir endlich begriffen hatten, wie herum wir die Anlage zu begehen hatten, standen wir schon vor der nächsten Schwierigkeit…
Also, mal ganz ehrlich…Die gehbehinderten Personen hätte nicht nur eine Begleitperson benötigt, nein - hier bedurfte es eher der leibeigenen Träger, die die Leute über die viel zu hohen, steilen und unebenen Treppen hätten hinunter befördern können. Die Rollstuhlfahrer hatten keine Chance, sie standen vor einer Sackgasse, auf die nicht rechtzeitig hingewiesen wurde.


In einer ehemaligen Bierabfüllanlage fand eine Ausstellung statt unter dem Motto "Blume und Architektur“. Mittels eines Rundganges war diese zu begehen.
Und auch hier hatten Menschen mit Gehbehinderung, vor allem die Rollstuhlfahrer, keine Chance, in den Genuss der Ausstellung zu gelangen.
Es bestand zwar die Möglichkeit, einen extra installierten Industrieaufzug zu benutzen, doch nachdem man aus diesem ausstieg, stand man vor nächster Problematik, denn der Rundgang ging weiter über viel zu rutschige, uneben angelegte Metalltreppen, die voller Stolperfallen waren.

Insgesamt war der Hallenrundgang voller Gefahren, die vor allem für ältere Menschen, mit oder ohne Gehbehinderung, unüberwindbare Hindernisse darstellten.
Unebenheiten, Löcher im Boden, manchen Ortes viel zu hohe Exponate, all das konnte die betreffende Menschengruppe kaum erreichen.
Nein, wir lassen uns den Tag nicht verderben!!!

Wir machten einige  Fotos von den “Exponaten“, um uns beim späteren Betrachten darüber vielleicht klar zu werden, was wollte uns der Florist oder Künstler damit vermitteln?
Vielleicht wird uns dabei dann doch noch "ein Licht aufgehen“?

 Nun gut, hier und da konnte der Botaniker unter uns dennoch ein Paar florale Schönheiten bewundern, im wahrsten Sinne des Wortes, SICH WUNDERN über so manche "Zusammenstellung“ der Pflanzen, die weder vom Ursprung, noch von der Handhabung der Pflege zusammen passen konnten.


Doch nicht nur über die Anlage der LaGa musste man sich wundern, auch für die Ohren war so manche Schmunzelei geboten. So mussten wir nicht schlecht innerlich "den Kopf schütteln“ als wir der Unterhaltung zwischen zwei Heranwachsenden im Alter von etwa 8 und 10 Jahren und deren Vater unwillkürlich beiwohnten.
Der Vater erklärte voller Hingabe seinen Kindern, daß Forellen Fische wären, die in einem See lebten….Na super, da werden die Lehrer ja einiges zu tun (richten) haben!!!
Soooo, nach all den Impressionen war eine Pause angesagt, um ein bisschen auch für unser leibliches Wohl zu sorgen. Das hatten wir uns ja redlich verdient…
Wir verließen das Ausstellungsgelände und gingen in die Altstadt von Nagold.
Im Lokal "Café Seeger“ suchten wir uns ein schönes Plätzchen, ließen uns wegen müder Beine und noch müderen Gemütes nieder, um uns Getränke zu bestellen.
Als wir nach einem kalten Bier verlangten, wurde uns erklärt, man könne ja Eiswürfel bekommen.
Toll!!!
Also, diese Bestellung hatte sich sehr schnell erledigt, dann doch lieber gar kein Bier.

Unsere weiteren Bestellungen wurden dann von einer anderen Serviererin gebracht, die erste hatte genug von den "ungemütlichen“ Gästen.
Ein Eiscafe wurde ohne den dazugehörenden Löffel serviert, der Kaffee schmeckte abgestanden.
Selbst eine banale Maracuja-Saft-Bestellung war eine Überforderung für das Servierpersonal, denn Groß und Klein konnten hier auch nur schwerlich unterschieden werden.
Die Sonne schien, der Tag war herrlich warm, und nein…wir lassen uns die Laune nicht verderben!
Denn, einen Lichtblick hat das ganze…
Die nächste Landesgartenschau kommt bestimmt…und viel schlimmer kann es ja nicht kommen!!!

Walheim, im August 2012

Bitte beachten Sie unsere Galerie von der Landesgartenschau 2012 in Nagold mit den zum Teil wunderlsamen Exponaten.
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