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Das war die Mitgliederversammlung 2012 der DGHK

Höhepunte waren die Besichtigung des Porsche-Museums, sowie der Hydrokulturgärtnereien Höfer und Beiermeister

Am 29. September 2012 erschien hier ein kurzer Vorbericht von der Jahresmitgliederversammlung 2012  der DGHK.
Hier nun ein etwas ausführlicher Bericht, verfasst von Jochen Euler und von uns geringfügig für hydrotip.de angepasst.

Die Auswahl des Tagungsortes fiel in diesem Jahr auf bodenständiges Ziel  "Hydrokulturen Beiermeister in Korntal-Münchingen", in Baden-Württemberg.
Das Programm und der Tagungsort waren in diesem Jahr auf sehr fruchtbaren Boden gestoßen, fast 1/5 unserer Mitglieder waren der Einladung gefolgt, ebenso wie zahlreiche Gäste. Sogar aus Wien und Linz waren zwei unserer Mitglieder angereist!
Da wir auch wieder den Freitag als Anreisetag gewählt hatten, mussten wir leider auf die Besichtigung einer realistischen Raumbegrünung bei Mercedes Benz und Porsche verzichten, denn seit langem sind am Freitag-Nachmittag viele Betriebe ab 14:00 und 15:00 Uhr hermetisch geschlossen.
So hatte Herr Beiermeister die Besichtigung des neuen Porsche - Museums in Stuttgart vorgeschlagen, was wir auch sofort akzeptiert hatten. Zu allem Überfluss übernahm dann sogar noch die Fa. Beiermeister die Kosten für die Führung!


Allein das, was man so im Internet sehen kann, lässt den nüchternen Betrachter aufmerksam werden -  solch eine Gebäude-Architektur ist für Deutschland außergewöhnlich. Wenn man hier durch moderne Städte fährt, ist die Gefahr, sich zu verlaufen, außerordentlich groß, denn alle modernen Städte sehen fast gleich aus. Hier fanden wir das genaue Gegenteil; wahrscheinlich im Sinne Ferdinand Porsches, der für die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 einen elektrisch angetriebenen Radnaben - Motor entwickelte, der
als Lohner - Porsche "Mixte" erstmals als ein serienmäßig produziertes Fahrzeug mit Benzin - elektrischem Antrieb auf den Markt kam.

Wir wurden zu einer Audio-Führung erwartet; und was uns alles gezeigt wurde, ließ nicht nur die Herzen der Auto-Liebhaber höher schlagen. 100 Jahre Auto- und Motorengeschichte vom Allerfeinsten, denn Porsche arbeitet bis heute nicht nur für die eigene Produktion.

Als Krönung seiner Laufbahn gründete Ferdinand Porsche am 25. April 1931 in Stuttgart ein Büro zur "Konstruktion und Beratung für Motoren- und Fahrzeugbau."
Auf unserer Internetseite wird in der Galerie "Besuch im Porsche-Museum" die Fotodokumentation erscheinen.

Den Abend ließen wir in unserem Hotel in Korntal-Münchingen in fröhlicher Runde ausklingen. Manche tagten sogar bis in die frühen Morgenstunden, obwohl auch für den zweiten Tag Besichtigungen mit Führungen angekündigt waren, diesmal fachspezifisch in zwei bedeutenden Hydrokultur - Gärtnereien.
Der Vormittag war für die Hydrokulturgärtnerei Höfer reserviert. Da diese Gärtnerei genau auf der anderen Seite von Stuttgart liegt, bedeutete das für uns jeweils 1 Stunde Fahrtzeit. Pünktlich zum verabredeten Termin trafen wir ein, ganz ohne Verkehrsstau.

Der Senior-Chef Wilhelm Höfer erwartete uns und empfing uns bei strahlendem Sonnenschein.
Wilhelm Höfer, ein "Urgestein" der Hydrokultur, begrüßte uns in seiner bekannt herzlichen Art im Ausstellungs- und Muster - Raum der Gärtnerei.


Die Wurzeln der Beschäftigung mit der Hydrokultur reichen bis in das Jahr 1968 zurück, als Erika und Wilhelm Höfer ein Blumenfachgeschäft eröffneten und 1970 durch eine Hydrokulturabteilung erweiterten.
Da die Familie Höfer schon über Generationen im Gartenbau tätig war, brauchte es nur eine kurze Zeit bis zur Gründung der Hydrokultur - Spezialgärtnerei, die bis heute auf ca. 2.500 m² angewachsen ist.
Es ist immer wieder spannend von den Anfängen der Hydrokultur zu hören und zu erleben, mit welcher Begeisterung diejenigen davon erzählen können, die diese Phase so intensiv durchlebt und mitgestaltet haben wie Wilhelm Höfer. Natürlich wurde an dieser Stelle auch wieder sehr deutlich, wie schmerzlich die Veränderungen in der Grünen Branche gerade auf dem Gebiet der Hydrokultur sind.
Wenn man, wie Wilhelm Höfer, praktisch und emotional davon überzeugt ist, dass es bis heute keine bessere Kulturform für die Innenraumbegrünung gibt, als die (Original) Hydrokultur, dann tut es oft schon sehr weh, wenn man beobachten muss, wie heute mit Pflanzen im Tischgefäße-Markt umgegangen wird: (Grün-) Pflanzen als Wegwerf-Ware!


Es wäre natürlich fatal, wenn man nur den angeblich so "guten alten Zeiten" nachtrauern würde. Ein Raumbegrüner ist auch Unternehmer, der sich am Markt orientieren muss; und somit gehören neben attraktiven Hydrokulturpflanzen auch die Semi-Hydrokultur Objekte zum Sortiment.

Wir möchten auch hier auf die Bildergalerie verweisen, denn solch eine Besichtigung lebt ja von den visuellen Eindrücken. Bevor es dann in die Gewächshäuser ging, konnten wir uns noch durch ein kräftiges zweites Pfälzer Frühstück stärken, denn solche Besichtigungen sind ganz schön anstrengend und der Tag war ja noch lang! Leider mussten wir nach gut 2 ½ h wieder aufbrechen, denn der Nachmittag war unserem Gastgeber  Innenraumbegrünung mit Hydrokultur, der Firma Beiermeister vorbehalten.


Da wir verkehrstechnisch zu günstigen Zeiten unterwegs waren, mussten wir nicht das sprichwörtliche Stuttgarter Verkehrschaos am Prag-Sattel erleben. Für uns war diese Fahrt eine kurze Zeit der Entspannung, denn unser Gastgeber ist wohl der wichtigste Hydrokultur- Produzent und Großhändler im südlichen Deutschland, und dem entsprechend waren auch die Eindrücke, die nun auf uns einstürmten.

Die Eindrücke von vielen unserer  Besuche in den vergangenen Jahren wurden erneut bestätigt.
Der Werbeslogan für die Discounter vor 20 Jahren: "Bei der Hydrokultur kann man nichts falsch machen, Sie müssen nur noch gießen," wirft lange Schatten und ist nur mühsam wieder zu korrigieren.
"Das ist die Chance für den Fachhandel, aber auch das Inhaber geführte Garten-Center", so die Aussage von Bernd Beiermeister.

"Durch fachlich hochstehende Beratung lassen sich heute wieder die Vorteile der Hydrokultur problemlos vermarkten! Aber wer erfolgreich verkaufen will, muss seinen Kunden klar vermitteln, dass auch die Hydrokultur-Pflanze lebt und neben Nährlösung auch Licht und Luft zum Atmen, zum Leben benötigt”.
Das spiegelt die eigene Erfahrung wieder, denn der Tischgefäße -Verkauf läuft fast ausschließlich über die große Hydrothek.
Hydrokultur ist ein beratungsintensives Produkt, nur wenn diese fachkundige Beratung garantiert wird, ist Beiermeister Hydrokulturen auch in Zukunft wieder bereit, in Baumärkten und/oder Gartencentern Hydrokulturen anzubieten.


Überzeugend und übersichtlich präsentierte sich das riesige Sortiment an großen Pflanzen bis zu 5 m Höhe für die Raumbegrüner:  von Ficus, Dracaena, Phoenix, Cycas bis hin zu Coeffea arabica oder Strelitzia. Wir waren überwältigt.
In der Ladehalle konnten wir den Blähtonbunker bestaunen. Bernd Beiermeister berichtete, "dass der Blähton für die Weiterverarbeitung in siebartige Schubkarren abgefüllt und durchgespült wird, bevor er zum Topfen eingesetzt wird.  Wichtig ist, dass nach dem Einpflanzen die Kulturtöpfe erneut durchgespült werden!"

Genau so großzügig sortiert stellte sich das Lager der Gefäße dar. Alle Materialien, Farben und Formen sind heute hier vorhanden, viel Keramik und Naturprodukte, von Banane über Reisstroh bis hin zu Schilf ist alles vertreten. Sogar Eierschalen werden zur Oberflächengestaltung verarbeitet und angeboten. Hier werden nicht nur Träume wahr, sondern auch Wünsche und Begehrlichkeiten geweckt, so bei uns ganz spontan, nach einer größeren Wohnung oder auch einem Haus, um all den schönen Dingen dann den entsprechenden Rahmen geben zu können.

Nicht nur einem Pflanzen- und Hydrokulturliebhaber, sondern auch den Fachleuten "läuft das Herz über", wenn man so durch die Präsentations- und Gewächshäuser geht. Bei uns im Kohlenpott sagt man in solchen Fällen: "Alles picco-bello + tiptop, man könnte glatt vom Fußboden essen!"
Einen kleinen Überblick des Angebotes der Firma Beiermeister bekommen Sie in  dieser Galerie.

Genau so durchdacht waren die Planungen für unsere Mitgliederversammlung angelegt: es fehlte an Nichts. Familie Beiermeister hatte einfach an alles gedacht; und der Tagungsraum befand sich mitten im tropischen Grün. Es ist schon spannend zu erleben, wie solch eine "grüne" Atmosphäre sich auf die allgemeine Stimmungslage überträgt.

Ein reichhaltiges Kuchenbüfett und eine Theke mit vielseitigen Getränken verschafften uns allen eine schöne Kaffeepause und zusätzlich auch Zeit zum Verschnaufen, bevor wir uns in die ausgiebige Diskussion unter TOP 13 "Verschiedenes" vertieften. Wir haben mit dankbarem Herzen Abschied genommen von Mitgliederversammlung 2012.
Einige Teilnehmer reisten direkt danach ab; andere hatte für den nachfolgenden Sonntag noch ihr eigenes Programm gestaltet.

Berlin, den 18. Oktober 2012

© Bilder - hydrotip.de
© Text - Jochen Euler

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