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Benediktinerabtei Neuburg

Warum schreiben wir hier über ein Kloster?

In der Benediktinerabtei Neuburg in Ziegelhausen bei Heidelberg fand in diesem Jahr vom 24. – 27. August die Mitgliederversammlung der Deutschen Efeu-Gesellschaft - DEG statt. Zu dieser Veranstaltung war Hydrotip.de, wie in den Vorjahren, als Gast eingeladen.

Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt.
In der Benediktinerabtei Neuburg wurde am 12. Juni 1993 die Deutsche Efeu-Gesellschaft gegründet. Gründungsmitglieder waren unter anderem Bruder Ingobert Heieck†, der als Efeukenner und Sammler bekannt war, sowie Robert Krebs, aus Stolk, Schleswig-Holstein, dessen Leidenschaft ebenfalls der Efeu ist.

Die Gründung dieser Gesellschaft lag nahe, da hier die gemeinsamen Interessen gebündelt werden konnten. In Großbritannien und den USA gab es bereits solche auf den Efeu spezialisierte Gesellschaften.



Bruder Ingobert Heieck  hatte zu dieser Zeit  etwa 680 Efeusorten angesammelt. Daneben sammelte er alle Informationen rund um den Efeu und seine Sorten. In der Benediktinerabtei Neuburg entstand eine Spezialgärtnerei, die sich mit der Vermehrung und dem Vertrieb von Efeu befasste. Nach dem Tod von Bruder Ingobert Heieck entstand eine beträchtliche Lücke. Der Mann mit dem Fachwissen fehlte. Die Vermarktung des Efeus wurde um Zierpflanzen und Produkte der Landwirtschaft, wie Milch, Käse, Fleischwaren und Getreideprodukten über einen Klosterhof erweitert.
Als Folge wurden der gesamte landwirtschaftliche Bereich und die Gewächshäuser an eine gegründete GmbH & Co KG abgegeben. Sie trägt den Namen "Klosterhof Neuburg".
Dieser Klosterhof Neuburg setzte nun verstärkt auf den Bereich Gastronomie. Dadurch kamen der Betrieb der Gärtnerei und die Erhaltung der Gewächshäuser zum Erliegen.
Heute gibt es noch ein Gewächshaus, in dem noch einige Mutterpflanzen aufbewahrt werden. Es wird aber zunehmend als "Abstellkammer" benutzt.
Diese noch vorhandenen Mutterpflanzen werden von Herrn Volker Schmitt betreut, soweit es seine Zeit zulässt, denn er wird mehr und mehr von der Kloster-KG in Anspruch genommen.
Der vorhandene Rest der Efeusammlung ist somit akut gefährdet.

Ein Höhepunkt des Besuches in der Abtei Neuburg war die Begegnung mit Bruder Theodor. Er kannte Bruder Ingobert noch persönlich und führte uns in die Gruft des Klosters, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich ist.


Bruder Theodor führte uns auch in einen Keller, in dem die schriftlichen Unterlagen, sowie alle gesammelten Werke und Literaturnachweise, von Bruder Ingobert aufbewahrt werden. Hier wurde sichtbar, wie es um diese Unterlagen bestellt ist. Der Keller ist viel zu feucht. Die Spuren an den Büchern sind deutlich sichtbar. Hier gilt es zu retten was noch möglich ist.
Diese Sammlung der zusammengetragenen Unterlagen und die restliche Efeusammlung harren also auf ihre baldige Rettung.


Dieses Problem war Gegenstand eines Gespräches mit Abt Franziskus, dem Leiter des Klosters, der sich freundlicherweise die Zeit für dieses Gespräch nahm. Er kennt diese Probleme, sieht aber keine Möglichkeit die Efeusammlung zu erhalten.
An dieser Efeusammlung und dem schriftlichen Nachlass von Bruder Ingobert wird deutlich, daß es einen immensen Aufwandes bedarf, um diese Dinge der Nachwelt zu erhalten.

Viele Bilder von diesen Besuch in der Benediktinerabtei Neuburg sehen Sie in dieser Bildergalerie
Eine Bildergalerie mit vielen Sortennamen von Efeupflanzen  finden Sie hier

Das gleiche Problem einer Rettung betrifft die Efeusammlung von Robert Krebs in Schleswig-Holstein. Diese Sammlung besteht heute noch aus etwa 600 Sorten. Vor einigen Jahren waren es noch 800. Auch er kann, aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund seines Alters, seiner Efeusammlung nicht mehr die nötige Pflege und Aufmerksamkeit widmen.

Hierzu bemüht sich auch das Netzwerk Pflanzensammlungen Nachfolger zu finden, die die Möglichkeit haben diese Sammlungen zu erhalten.
Über die Gründung und die Arbeit des Netzwerkes werden wir noch ausführlich berichten.


Berlin, den 27. Oktober 2012

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