..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Die Geschichte des Weihnachtsbaumes ::..

Die Geschichte des Weihnachtsbaumes

Autorin: Maria Mail-Brandt

Die christlichen Symbolfarben von Advent und Weihnachten - sowohl im Adventskranz als auch beim Tannenbaumschmuck sind Grün und Rot.
Grün symbolisiert nicht nur die Hoffnung auf Lebenserhalt im dunklen Winter, sondern damit auch die Treue. Die Lebenskraft, die in wintergrünen Gewächsen steckte, wurde oft auch als Heilkraft gedeutet.
So glaubte man sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man es mit Grünem schmückte. Fichte, Tanne, Kiefer, Eibe, Ilex, Stechpalme, Stechginster, Wacholder, Efeu, Kronsbeere, Rosmarin und dem Buchsbaum wurden besondere Kräfte zugesprochen.
Rot erinnert an das Blut Christi, das er vergossen hat, damit die Welt erlöst werde. Die Farbkombination von Grün und Rot versinnbildlicht Christen also die übernatürliche Hoffnung.
Die Farben prägen den Christbaum, die Tischdekoration (z.B. mit dem Weihnachtsstern), Weihnachtspost und das Verpackungsmaterial der Geschenke.

Zur Feier der Wintersonnenwende wurden grüne Zweige als Schutz und Zaubermittel sowie zur Beschwörung des Sommers geschlagen.
In allen Kulturen und Religionen ist der immergrüne Baum Wohnsitz der Götter und damit Zeichen des Lebens gewesen.
Die Sitte, grüne Tannenzweige ins Haus zu stellen, wird schon für 1494 im "Narrenschiff" Sebastian Brants bezeugt. Aus dem Jahr 1535 ist überliefert, daß in Straßburg kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäumchen verkauft wurden, die noch ohne Kerzen in den Stuben aufgehängt wurden.

1605 soll es dann bereits einen mit Äpfeln geschmückten, aber noch kerzenlosen Weihnachtsbaum in Straßburg gegeben haben, der als "Gabenbaum" oder "Bescherbaum" errichtet war.


Der "Christbaum" hat seinen Ursprung im mittelalterlichen Krippenspiel in der Kirche.
Vor dem eigentlichen Krippenspiel fand das Paradiesspiel statt, in dem gezeigt wurde, wie durch Adam und Eva die Sünde in die Welt kam, von der wir durch Christi Kreuzestod befreit wurden. Zu diesem Spiel gehörte ein immergrüner Baum als "Paradiesbaum" (auch Adamsbaum), der mit Äpfeln geschmückt war. Mit den Jahren wurde der Paradiesbaum immer schmucker:
(vergoldete) Nüsse, Festgebäck und Süßigkeiten ersetzten bzw. ergänzten nach und nach die Äpfel, um die "paradiesische" Funktion des Baumes für die Gläubigen deutlich zu machen.
In "Silber"papier und in "Gold"papier eingewickelte Früchte dieses Baumes sind so zu den Vorlagen für Christbaumkugeln und Christbaumschmuck geworden.

Im 16./17. Jahrhundert taucht der Paradiesbaum außerhalb der Kirche auf: bei Gemeinschaftsfeiern von Zünften und Bruderschaften. Er löste sich damit vom Krippenspiel ab, wurde Symbol der Advent- und Weihnachtszeit.

Der erste kerzengeschmückte Tannenbaum schließlich ist überliefert als 1611 in Schlesien im Schloß der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien aufgestellt.

Im 18. Jahrhundert wurde der Tannenbaum immer häufiger, so berichtet Lieselotte von der Pfalz 1708, von einem Buchsbäumchen mit Kerzen:
"Ich weiß nicht, ob ihr ein anderes Spiel habt, das jetzt noch in ganz Deutschland üblich ist, man nennt es Christkindl. Da richtet man Tische wie Altäre her und stattet sie für jedes Kind mit allerlei Dingen aus, wie neue Kleider, Silberzeug, Puppen, Zuckerwerk und alles Mögliche. Auf diese Tische stellt man Buchsbäume und befestigt an jedem Zweig ein Kerzchen, das sieht allerliebst aus und ich möchte es heutzutage noch gern sehen. Ich erinnere mich, wie man mir zu Hannover das Christkindl zum letzten Mal [1662] kommen ließ".

Die Lichterbäume tauchen zunächst in den Wohnstuben evangelischer Familien auf - als konfessionelles Gegensymbol zur (katholischen) Weihnachtskrippe. Der preußische König Friedrich der Große (1740 - 1786) berichtet 1755 von Tannenbäumen, an denen die Eltern "vergoldete Erdäpfel" (= Kartoffeln) aufhängen, "um den Kindern eine Gestalt von Paradiesäpfeln vorzuspiegeln".

Johann Wolfgang von Goethe lernte den Weihnachtsbaum in Straßburg 1770 kennen und so ist eine der frühesten literarischen Erwähnungen in seinem "Werther" von 1774 zu finden.
Auch wenn der Weihnachtsbaum schon in Berlin und Hamburg vor 1800 bezeugt ist, allgemein gebräuchlich wurde er erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Daß die Verbreitung relativ langsam vorangekommen war, hatte natürlich viel damit zu tun, daß ihn die Kirchen wegen seiner magischen Herkunft

Berlin im Dezember 2001

Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen