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Schildläuse

© Stephan Grass

Zu den Schildläusen (Coccidea) werden die an Zimmerpflanzen saugenden Napfschildläuse, Deckelschildläuse und die an anderer Stelle genauer beschriebenen Schmier- oder Wollläuse gerechnet.

Die Weibchen scheiden Lack, Wachs oder Seide aus, welche als Schutzschild gegen die Witterung oder gegen Feinde dient. Eier und Junglarven entwickeln sich geschützt unter diesem Schild, der aus dem weiblichen Körper und den Ausscheidungen gebildet wird. Die Männchen der Schildläuse sind 1-2 mm lange fliegenähnliche Insekten mit 2 häutigen Vorderflügeln, Hinterflügel fehlen. Die Weibchen besitzen hingegen einen stark degenerierten Körper, sind flügellos mit mehr oder weniger schildartigem Körper.

Die Weibchen der Gemeinen Napfschildlaus, Eulecanium corni bilden den hochgewölbte Schild aus erhärteter Rückenhaut. Hierunter finden sich neben dem Weibchen bis zu 3000 Eier.


Bei den Deckelschildläusen läßt sich der bräunliche, rundliche Schild mit einer Nadel abheben, wodurch dann das Weibchen freigelegt werden kann. Bei Napfschildläusen würde diese Vorgehensweise das mit dem Schild verwachsene Weibchen zerstören.

Die Weibchen dieser beiden Schildlausformen sind unbeweglich und stecken mit ihren langen Stechrüsseln fest in der Wirtspflanze. Nur die jungen Larven von ca. 0,1 mm Größe sind mobil.

Die Schildläuse schaden der Pflanze durch Saftentzug, wobei vor allem schwächere Pflanzen hierunter leiden und im Wachstum zurückbleiben können. Beim Saugen geben die Läuse mit dem Speichel Gifte in die Stichwunde ab, welche zu Blühverzögerungen und Blattfall verursachen können. Schildläuse scheiden sogenannten Honigtau aus, auf dem sich Russtaupilze ansiedeln können.

Bevorzugte Pflanzen:
Anthurium (Flamingoblume), Aphelandra (Glanzkölbchen), Aspargus (Zierspargel), Dieffenbachia (Dieffenbachie), Ficus (Gummibaum), Filicatae (Farne), Hedera (Efeu), Monstera (Fensterblatt), Nerium oleander, Stephanotis (Kranzschlinge), sowie  Orchideen und Palmen.

Bekämpfung:
Das Problem bei der Bekämpfung der Schildläuse sind zum einen die winzig kleinen, beweglichen Larven, welche trotz ihres massenhaften Auftretens nicht erkannt werden, zum anderen die Schutzfunktion des Schildes gegen Bekämpfungsmaßnahmen. So sollte vor einer Behandlung mit handelsüblichen Mitteln (Weißöl, Rapsöl) ein Abstreifen der sessilen Tiere vorgenommen werden. Zudem sollte die Behandlung nach zwei Wochen wiederholt werden, da die Eier unter den Schilden geschützt sind.
Der Honigtau kann mit Seifenwasser abgewaschen werden.

16. Januar 2004

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