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Orchideen in Hydrokultur! - Ja geht das denn?

Eine häufig gestellte Frage.

Stellen Sie diese Frage möglichst nicht einem Orchideenzüchter oder speziellen Orchideengärtnern. Die meisten reagieren darauf allergisch.

Orchideenzüchter sind eine besondere Kategorie Gärtner wie die Orchideen auch eine besondere Kategorie von Pflanzen sind. Die meisten Orchideengärtner haben fast immer ihre eigene Pflanzstoffmischung (Substrat) ja sogar manchmal auch eigenen Dünger woraus sie dann ein Geheimnis machen. Und sie schwören auf ihre eigene Pflanzstoffmischung und den eigenen Dünger.
Mit solch "neumodischem Kram" wie Hydrokultur haben sie nichts am Hut. Aber es gibt auch Ausnahmen unter den Orchideenzüchtern, die bestätigen, daß Orchideen durchaus mit Erfolg in Hydrokultur kultiviert werden können. Es geht also. Ich selbst kultiviere Orchideen in Hydrokultur seit 1977 erfolgreich.



Orchideen in Hydrokultur
Nun stürmen Sie aber nicht gleich los und versuchen Sie eine Orchidee in Hydrokultur zu kaufen. Sie werden wenig Glück haben eine fertige Pflanze im Angebot zu finden. Sollten Sie dennoch fündig werden, so sind aber einige Dinge zu beachten:



Orchideen auf Hydrokultur umstellen:


Wenn Sie keine Orchidee in Hydrokultur bekommen und es wagen wollen sich selbst eine oder mehrere Pflanzen umzustellen, achten sie bitte auf folgendes:

Obige Pflanze nach einem weiteren Jahr



Preistipp
Halten Sie Ausschau nach abgeblühten Pflanzen. Diese finden sie oft in Gartenmärkten, weil sie nicht verkauft wurden und ohne Blüte werden diese kaum verkauft. Hier achten Sie aber dann darauf, dass diese nun sehr deutlich preiswerter verkauft werden, als knospige oder blühende Pflanzen. Weiter beachten Sie, dass z.B. bei einer Paphiopedilum, oder einer Orchidee mit Bulben, bereits ein Seitentrieb sichtbar ist. Bei einer Phalaenopsis sollten Sie in der Blattachsel bereits die Spitze von einem neuen Blatt erkennen können.
Für den "Erstversuch" ist eine solche Pflanze sicher gut geeignet. Sollte es "schief gehen" ist zumindest der finanzielle Schaden nicht so hoch.
Nehmen Sie am Anfang KEINE Oncidium oder Miltonia für Umstellungsversuche, denn diese Orchideen habe feinere Wurzeln, was das Auswaschen und Umstellen schwieriger macht.

Plegetipps
Beobachten Sie bei frisch eingesetzten Pflanzen, dass sich kein Schimmel bildet und nichts fault.
Sobald sich neues Wachstum zeigt und die Pflanze ein neues Blatt schiebt oder ein vorhandener Seitentrieb weiterwächst haben sie die erste Hürde genommen. Jetzt können Sie den Verdunstungsschutz langsam öffnen.
Jetzt aber aufpassen und die Pflanze nicht ersäufen, sondern nur kontrollieren, ob noch Wasser im Übertopf vorhanden ist.
Bei der Kultur von Orchideen in Hydrokultur muß einiges beachtet werden, was sehr wichtig für den Erfolg ist.


Orchideen lieben es zwar meist feucht, das heißt aber nicht naß! So ist ein extrem niedriger Nährlösungsstand unerlässlich. Der Wasserstandsanzeiger ist da leider keine gute Hilfe, denn der bewegt sich erst ab einem cm Wasserstand. Lesen Sie sich bitte die Artikel über den Wasserstandsanzeiger noch einmal durch. Als Alternative für einen Übertopf bietet sich hier der ®Hydro-Tank in der Version ‘S‘ an.

Orchideen lieben auch eine höhere Luftfeuchtigkeit. Dazu sprühen Sie das Laub der Pflanzen, möglichst mit kalkfreiem Wasser, ein. Nicht am Abend, denn bis dahin sollen die Pflanzen abgetrocknet sein. Wegen der nachts absinkenden Temperaturen kann sich sonst durch in den Blattachseln stehendes Wasser schnell Fäulnis bilden. Nicht in vorhandene Blüten sprühen.

Düngen
Gedüngt wird mit Langzeitdünger. Wer will kann der Nährlösung, maximal alle drei bis 5 Monate sehr wenig flüssigen Orchideendünger beifügen. Das richtet sich wiederum nach dem Wasserverbrauch.
In die Sprühflasche kann ab und zu für die "Blattdüngung" auch etwas Orchideendünger beigemischt werden. Alles in sehr schwacher Konzentration, denn Orchideen sind salzempfindlich.
Eine Komplettdusche der Pflanze und kräftiges durchspülen des Blähtons schadet nicht. Vielleicht 4 mal im Jahr, mindestens aber im Frühjahr und Herbst.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim ersten Versuch.


Berlin, den 23. Januar 2004

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