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Spinnmilben

© Stephan Grass

Eine der ärgsten und am meisten verbreiteten Schädlinge an Zimmerpflanzen ist die Gemeine Spinnmilbe, Tetranychus urticae. Sie gehört zu den Spinnentieren, besitzt also vier Beinpaare (die Larven der Spinnmilben haben wie die Insekten nur drei Beinpaare). Ihr Kopf, Brust und Hinterleib ist wie bei allen Milbenarten zu einem ovalen Körper verschmolzen. Mit ihren zu Stechborsten umgewandelten Mundwerkzeugen stechen sie die Pflanzenzellen an um sie auszusaugen. Spinnmilben sind ca. 0.5 mm lang und gelblich grün, orange oder rotbraun gefärbt. Sie zeichnen sich durch eine hohe Produktivität aus.

Lediglich die Gemeine Spinnmilbe ist in der Lage die für sie typischen feinen Gespinnste anzulegen. Die anderen an Zimmerpflanzen schädigenden Spinnmilben sind dazu nicht befähigt. Die Gespinnste lassen sich durch besprühen mit Wasser leicht sichtbar machen.

Spinnmilben saugen bevorzugt auf der Blattunterseite in der Nähe der Blattadern. Bei starkem Befall sind sie jedoch auf der gesamten Blattspreite anzutreffen. Durch das Saugen des Zellsaftes aus den Epidermiszellen erscheinen diese, nachdem Luft in sie eingedrungen ist, gelblich weiß bis silbrig. Das Blatt wirkt also anfänglich fein gesprenkelt. Bei fortschreitender Schädigung verfärben sie sich graubraun und trocknen ein.

Spinnmilben lieben trockene, warme Luft. Diese Tatsachen erklärt das oft massive Auftreten dieses Schädlings während der Heizperioden.

Bevorzugte Pflanzen:

Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae):
Abutilon (Schönmalve), Aspargus (Zierspargel), Aspidistra (Schusterpalme), Campanula (Glockenblume), Cissus (Klimme), Chlorophytum (Grünlilie), Coleus (Buntnessel), Cyperus (Zypergras), Ficus (Gummibaum), Fuchsia (Fuchsie), Gardenia (Gardenie), Hedera (Efeu), Hibiscus (Roseneibisch), Palmae - alter Familienname - jetzt Arecaceae (Palmen), Pelargonium (Pelargonie), Primula (Primel), Rhododendron (Azalee), Rosa (Rosen - gehören allerdings nicht in den Wohnbereich), und viele mehr.


Bilder bitte durch anklicken vergrößern.

Gewächshausspinnmilbe (Brevipalpus obovatus):
Ampelopsis (Doldenrebe), Anthurium (Flamingoblume), Aphelandra (Glanzkölbchen), Aspidistra (Schildblume), Begonia (Begonie), Campanula (Glockenblume), Cissus (Klimme), Coleus (Buntnessel), Crassula (Dickblatt), Dizygotheca (Fingeraralie), Euphorbia (Wolfsmilchgewächse), Fatsia (Zimmeraralie), Ficus (Gummibaum), Fuchsia (Fuchsie), Gardenia (Gardenie), Hedera (Efeu), Hibiscus (Roseneibisch), Hoya (Wachsblume), Peperimia (Zwergpfeffer), Primula (Primeln), Saintpaulia (Usambaraveilchen), Sinningia (Gloxinie), Zantedeschia (Zimmerkalla).

Kakteenspinnmilbe (Brevipalpus russulus):
Cereus, Chamaecereus, Echinocactus, Echinocereus, Coryphanta, Ferocactus, Lobivia, Mammillaria, Pilocereus.

Orchideenspinnmilben (Tenuipalpus pacificus):
Acrides, Cattleya, Cypripedium, Dendrobium, Grammatophyllum, Oncidium, Phalaenopsis, Saccolobium.

Bekämpfung:
Da die Spinnmilben niedrige Luftfeuchtigkeit benötigen, kann man durch Eintüten der zuvor gewässerten Pflanzen in Kunstoffbeuteln ein Kleinklima schaffen, welches die Pflanzen einige Tage ertragen können, die Spinnmilbe jedoch tötet.
Im Fachhandel finden sich verschiedene Spezialpräparate (Akarizide), mit denen sich die Milben sicher bekämpfen lassen. Hartlaubige Pflanzen können mit speziellen Ölen (Rapsöl, Weißöl) behandelt werden. Ebenfalls wirksam sind Nützlingschonende Spritzmittel aus natürlichen Fettsäuren mit Kaliumsalzen. Auch Insektizidstäbchen zeigen während der Hauptwachstumszeit eine ausreichende Wirkung gegen Spinnmilben.
Biologisch lassen sich die Spinnmilben durch Raubmilben bekämpfen.

Berlin, den 04. Februar 2004


+ Bildr: © Stephan Grass

+ Bilder: © hydrotip.de – Codiaeum und Rose

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