Familienbeschreibung: Malvaceae
Malvaceae Juss. - Malvengewächse
Anmerkung:
In die Malvengewächse sind nach den neueren Erkenntnissen die vormaligen Familien Tiliaceae (Lindengewächse), Bombacaceae (Wollbaumgewächse) und Sterculiaceae (Sterkuliengewächse) mit aufgenommen worden.
Typusart: Malva sylvestris L.- Wilde Malve
Familiengröße:mehr als 4220 Arten
Nächstverwandte Familien:Thymelaeaceae - Seidelbastgewächse
Cistaceae - Cistrosengewächse
Dipterocarpaceae-Flügelfruchtgewächse
Kurze Charakteristik wesentlicher Eigenschaften:Die Malvengewächse sind Bäume, Sträucher, Lianen oder Kräuter mit wechselständigen, oft handförmig oder anders gelappten Blättern, oft mit Sternhaaren. Die radiärsymmetrischen Blüten sind in Blütenständen angeordnet oder einzeln. Sehr oft kommen Hochblätter vor, die in charakteristischer Weise die fünfzähligen Blüten umgeben, die in Kelch und Krone geteilt sind. Oft gibt es noch einen sogenannten Nebenkelch außerhalb der eigentlichen Kelchblätter. Sehr auffällig ist der sogenannte Androgynophor bei den Malvengewächsen im engeren Sinne, in dem die Staubgefäße und Griffel säulenförmig zusammen stehen und verwachsen sind. Die Früchte sind Kapseln oder Beeren. Die Samen tragen manchmal Flügel oder sind charakteristisch gekrümmt.
Verbreitung:Die Malvengewächse sind kosmopolitisch verbreitet.
Nutzung und Verwendung:
- Nutzpflanzen: Einige wichtige Nutzpflanzen gehören zu dieser Familie: Theobroma (Kakao), Cola (Colabaum), Durio (Durianfrucht), Abelmoschus (Okrafrucht), Ochroma (Balsaholz), Tilia (Linde), Gossypium (Baumwolle), Ceiba (Kapokbaum), Bombax (Wollbaum). Darüber hinaus werden die Früchte genutzt von Adansonia (Affenbrotbaum), Corchorus, Berrya, Grewia, Muntingia und Quararibea. Als Gemüse werden Blätter bzw. Blütenteile von Adansonia, Berrya, Bombax, Corchorus, Hibiscus, Malva, Pachira und Pavonia gegessen. Samen werden gegessen von Pachira und Sterculia. Medizinisch genutzt werden Abutilon, Bombax, Ceiba, Guazuma, Lavatera, Rhodognaphalon, Sida und Tilia. Fasern werden gewonnen aus Abutilon, Corchorus (Jute), Hibiscus, Microcos, Muntingia, Pavonia Sida, Triumfetta, Urena und Wissadula. Farbstoffe werden aus Adansonia gewonnen.
- Zierpflanzen für das Freiland: Es gibt eine ganze Reihe gute Gartenpflanzen, sowohl unter den Stauden (Alcea, Lavatera, Malva, Sidalcea) als auch unter den Sommerblumen (Lavatera, Malope). Die bekannte Stockrose (Alcea rosea L.) ist eine sehr alte Zierpflanze. Die Linden (Tilia) haben neben der allgemeinen Bedeutung als Straßenbaum früher vor allem eine zentrale kulturelle Rolle in den ländlichen Siedlungen gespielt ("Dorflinde").
- Zierpflanzen für den Wohnbereich, den Wintergarten und das Gewächshaus: Hibiscus und Abutilon gehören zu den beliebtesten Topf- und Kübelpflanzen. Die Züchtung hat eine große Anzahl sehr schöner Sorten hervor gebracht. Ganz bekannt war früher die Zimmerlinde (Sparrmannia africana L.f.). Seltener findet man Brachychiton, Fremontodendron, Goethea, Grewia, Malvaviscus, Pachira, Pavonia und Sida.
- Schnittblumen: Die Stockrose (Alcea rosea L.), sowie Sommer- (Malope trifida Cav.) und Bechermalve (Lavatera trimestris L.), auch Malva- und Sidalcea-Arten sind gut geeignet.
- Sumpf- und Wasserpflanzen: keine
- Gattungen der Familie in der Hydrokultur: Abutilon, Hibiscus, Pachira
Beschreibung einzelner Arten (Galerien):
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