Rubrik: Pflanzenfamilien
Die
Acanthaceae -
Bärenklaugewächse sind Sträucher, Halbsträucher und Kräuter, manche auch Kletterpflanzen. Einzelne
Acanthus-Arten sind gute Gartenpflanzen in
Mitteleuropa, die meisten jedoch typische Warmhauspflanzen, die im geschlossenen, klimatisierten Blumenfenster bestens gedeihen. Einige wachsen aber auch in einfacher Zimmerkultur. Die namensgebende Gattung hat sogar kunsthistorische Bedeutung. Im klassischen Altertum diente der Akanthus den griechischen Bildhauern als Vorlage. Das Kapitell der korinthischen Säule zeigt einen Kranz aus stilisierten Akanthusblättern. Neuerdings werden auch Mangrove-Arten (
Avicennia) zu dieser Familie gezählt.
Die Blätter sind, abgesehen von denen des Akanthus, meist gegenständig, ganzrandig oder gezähnt. Der Blütenstand ist sehr charakteristisch. Es ist eine Zyme, die oft ährenförmig gestaltet ist. Sie hat meist deutlich sichtbare, große Hochblätter und oftmals große Schaublüten, die durch Insekten oder Vögel bestäubt werden. Die Tierbestäubung hat zu vielen Anpassungen in den Blütenformen geführt.
Adiantaceae - Frauenhaarfarngewächse
Diese Familie ist nach neueren Erkenntnissen in die Familie
Pteridaceae - Saumfarngewächse aufgenommen worden.
Sie bestand nur aus der Gattung Adiantum und einigen kleineren Gattungen, die unter der Bezeichnung "Vittarioiden" zusammengefasst waren. Alle diese Gattungen bilden jetzt eine Unterfamilie der Familie Pteridaceae. Bitte informieren Sie sich dort weiter.

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Dr. Joachim Keller - Quedlinburg

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Dr. Joachim Keller - Quedlinburg
Agavaceae -
AgavengewächseIn den letzten Jahren hat es ja beträchtliche Veränderungen in diesen Verwandtschaftskreisen gegeben. So haben wir uns nun entschlossen, der neueren Entwicklung Rechnung zu tragen, und wir haben diese Familie als
Unterfamilie Agavoideae in die Familie
Asparagaceae - Spargelgewächse aufgenommen. Über die Entwicklungen dazu lesen Sie bitte den Ausgangsbeitrag zum "Fall 4" der Veränderungsliste im
Beitrag 9 der Systematikserie und den
neu herausgekommenen Beitrag zur Aktualisierung der "alten" Liliaceae. Über das Inhaltliche zu den Agavoideae lesen Sie bitte im Familienbeitrag der
Asparagaceae. Unter dieser Familie finden Sie nun auch die zugehörigen Bilder.

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Dr. Joachim Keller - Quedlinburg

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Die
Amaranthaceae - Fuchsschwanzgewächse sind meist Kräuter oder am Grunde verholzende strauchartige Gewächse, manchmal auch Sukkulenten mit verschiedenartig angeordneten Blättern. Die meist zwittrigen, zum Teil aber auch eingeschlechtig ein- oder zweihäusigen Blüten sind meist zahlreich und klein in knäueliger Anordnung in dichten Blütenständen angeordnet, die manchmal groß und auffällig, meist aber unscheinbar sind. Die Früchte enthalten einen oder wenige Samen, sind
Achänen oder Kapseln und oft zu mehreren knäuelig mit den bestehen bleibenden Blüten- oder
Hochblättern verbunden.
Die
Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse sind Zwiebelgewächse mit kontraktilen Wurzeln, deren Zwiebeln aus Speicherschuppen bestehen und einen verkürzten Stamm haben. In einigen Fällen, wie beim Riemenblatt (Clivia), ist die Zwiebel reduziert. Auch die Lauchgewächse haben in vielen Fällen keine Zwiebel, sondern Sprosse, die auf Rhizomen aufsitzen. So sind auch die Schmucklilien gestaltet. Die Blätter sind wechselständig und zweizeilig angeordnet. Der Blütenstand ist eine meist langgestielte, von Hochblättern umgebene Scheindolde, die manchmal bis zur Einzahl der Blüten reduziert ist (z.B. bei Narzissen und Zephirblumen). Die Blüten sind sechszählig und meist sehr ansehnlich (Insekten- oder Vogelbestäubung) mit einer einfachen Hülle, zu der manchmal eine innere Krone tritt. Auch die Blütenstände als Ganzes haben oft beträchtliche Schauwirkung.
So ist es nicht verwunderlich, dass diese großformatigen Blüten oft in dekorativen Blumensträußen, Gestecken und Gebinden verwendet werden. Im Blumenversand kann man am Blumenstrauß Brilliant sehen, wie die Amaryllis gesteckt werden kann. Die Blüten werden im knospigen Zustand in den Strauß gebunden und entfalten dann im Laufe der nächsten Tage ihre volle Pracht.
Der bei den Amaryllisgewächsen unterständige und bei den Lauchgewächsen und den Schmucklilien oberständige Fruchtknoten besteht aus drei Fruchtblättern. Die Früchte sind Kapseln oder Beeren. Die Samen mancher Arten sind sehr kurzlebig (rekalzitrant).
Die Apocynaceae - Hundsgiftgewächse sind Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen und Lianen, auch Kräuter. Es gibt eine ganze Reihe Sukkulenten in dieser Familie (z.B. Adenium, Pachypodium, Stapelien). Die Pflanzen haben meist Milchsaft, viele sind Giftpflanzen. Die Blätter sind ganzrandig. Die Blüten sind gewöhnlich fünfzählig und radförmig, glockig oder röhrenförmig mit verwachsenen Kronblättern. In der Unterfamilie Asclepiadoideae (Schwalbenwurzgewächse oder Seidenpflanzengewächse) formen sie sogenannte Klemmfallenblumen. In dieser Gruppe bilden die Pollen ein Pollinium mit einem Stielchen und Klebeapparat. Die Früchte sind zweiklappige Kapseln, oft in Zweizahl, und die Samen tragen meistens einen haarförmigen Flugapparat.
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Dr. Joachim Keller - Quedlinburg

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Die
Araceae - Aronstabgewächse sind Land- oder Wasserpflanzen, oft mit Rhizomen oder Knollen, Kräuter, Kletterpflanzen, Lianen oder Epiphyten mit Luftwurzeln. Einige der Wasserpflanzenarten sind ganz stark reduziert und haben nur noch einen thallusartigen Körper (Wasserlinsen). Die Blätter sind sehr unterschiedlich, ganzrandig oder mehrteilig. Die Blüten sind meist sehr zahlreich und klein; sie sind in einer kolbenartigen Ähre vereinigt, die von einem oft zu einem Schauapparat ausgeformten Hochblatt (der Spatha) umgeben ist. Die Früchte sind meist Beeren. Sehr sehenswert, aber nicht für die Zimmerkultur geeignet, ist die Titanwurz -
Amorphophallus titanum (Becc.) Becc. ex Arcang. Am bekanntesten sind die vielen Arten des
Philodendron, die
Dieffenbachia und die Flamingoblume (
Anthurium).
Die Araliaceae – Araliengewächse sind meist Holzgewächse, Sträucher oder Bäume, der bekannte Efeu ist eine Kletterpflanze. Krautige Pflanzen sind seltener. Die Blätter sind oft auffällig geformt, handförmig geteilt oder zusammengesetzt. Das macht sie zu beliebten Blattschmuckpflanzen. Die fünfzähligen Blüten sind klein und in doldigen Blütenständen vereinigt. Die Früchte sind meist Steinfrüchte oder Beeren.
Allen voran zu nennen ist die bekannteste Vertreterin, die Schefflera. Auch sehr bekannt sind die Fatsia und die Fatshedera. Weiter gehört dazu auch die Polyscias. All diese Gattungen der Familie Araliaceae haben einen etwas geringeren Lichtanspruch als die meisten anderen Tropenbewohner. Als Gartengehölze sind die Stachelkraftwurz (Acanthopanax) und die Baumkraftwurz (Kalopanax) zu nennen. Der Ginseng (Panax ginseng C. A. Mey) darf nicht vergessen werden.