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Otto Brunfels und die Brunfelsie

BRAUNFELS (Brunfels), Otto (Otho), Humanist, * um 1488 in Mainz als Sohn eines Faßbenders und Weinausrufers, † 25. November 1534 in Bern.

Brunfels besuchte die Domschule seiner Vaterstadt und studierte an der dortigen Universität. 1510 trat er in Mainz in den Kartäuserorden ein und siedelte später in die Kartause zu Königshofen bei Straßburg über, wandte sich aber unter dem Einfluß des Humanismus der Reformation zu und floh aus dem Kloster.

Im August 1521 traf B. auf der Burg Dürmstein in der Rheinpfalz bei Ulrich von Hutten ein, der ihm im November 1521 die Verwaltung der Pfarrei Steinau an der Bergstraße übertrug. Nach einem halben Jahr mußte er von dort flüchten, da ihn der Erzbischof von Mainz verfolgte.


Bis März 1524 wirkte B. als Stadtprediger in Neuenburg am Rhein (zwischen Breisach und Basel), zog dann, um der Verfolgung durch die österreichische Regierung zu entgehen, nach Straßburg, wo er bis Anfang 1532 Lehrer an der Schule des Karmeliterklosters war. In Straßburg studierte B. Medizin und erwarb 1530 in Basel den medizinischen Doktorgrad.
Durch medizinische und naturwissenschaftliche Werke wurde er bekannt, so daß man ihn 1532 als Stadtarzt nach Bern berief.

B.s Bedeutung liegt vor allem auf naturwissenschaftlichem Gebiet. Seine Kräuterbücher waren für die Pflanzenkunde und Biologie bahnbrechend. Die Botanik verdankt ihm wesentlich mit ihre Neubegründung im Abendland der schwedische Naturforscher Karl von Linné (1707-78) nannte ihn den "Vater der neuen Botanik".
B. war mit Ulrich von Hutten befreundet. Er verteidigte ihn gegen Erasmus von Rotterdam und gab aus seinem Nachlaß Schriften von Johannes Hus heraus. B.s "Catalogi" von 1527 sind das erste Geschichtsbuch der evangelischen Kirche.

Werke:

• Othonis Brvnfelsii Pro Vlricho Hutteno defuncto ad Erasmi  Roter. Spongiam Responsio, Straßburg 1523

• O. B. Processus consistorialis Martyrii Io. Huss, Basel 1524 dt: Geistl. Bluthandel Iohannis Hussz zu Constenz, 1524 oder 1525)

• Catalogi virorum illustrium veteris et novi testamenti, 1527

• Catechesis puerorum in fide, in literis et in moribus (Katechismuserkl.)

• Herbarum vivae eicones, 3 Bde., Straßburg 1530-36

• Contrafayt Kreüterbuch (mit naturgetreuen Abb. v. Hans Weiditz), 2 Tle., ebd. 1532-37 (Nachdr. 1964). - Hans Weiditz, Pflanzenaquarelle aus dem J. 1529, hrsg. v. Walther Rytz, Bern 1936.



Anmerkungen:
Die Brunfelsie wurde nach Otto Brunfels benannt, um sein Lebenswerk zu würdigen.

Berlin, den 26. Februar 2002

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