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Tipps für diejenigen, die es mit der Hydrokultur versuchen möchten

Weil die Pflanzen besser wachsen

Für den Pflanzenliebhaber, der es mit der Hydrokultur versuchen will, stellt sich zuerst einmal die Frage: "Was brauche ich?"

Benötigtes Zubehör:

Entsprechend genaue Erklärungen und Hinweise, und was dabei beachtet werden soll, finden Sie unter den Links der einzelnen Begriffe.


1. Ein Hydrokulturgefäß oder Übertopf

 

 


2. Einen Kulturtopf (Einsatz)

 




3. Einen Wasserstandsanzeiger
(dieser ist nicht notwendig bei Verwendung eines HYDRO-TANK)

 




4. Das Substrat, hier dargestellt Blähton in der Körnung 8/16

 




5. Bei frisch eingesetzten Pflanzen dürfen erst nach ca. 4-6 Wochen Flüssigdünger, oder gelöste Nährsalze zugefügt werden. Lewatit HD5 kann sofort gegeben werden.

 



6. Und natürlich die Pflanze. "Fertig" auf Hydrokultur kultiviert,

ein selbst gezogener Steckling,
oder durch Umstellen einer jungen Pflanze.

Empfehlung: Einen Steckling zu bewurzeln ist dem Umstellen immer vorzuziehen.

 


Wo bekomme ich dies alles?

Im Fachhandel - dazu gehören teilweise vorhandene Fachgeschäfte, die sich auf Hydrokultur spezialisiert haben. Fast alle großen Gartencenter führen inzwischen Hydrokulturzubehör. Auch in Baumärkten mit angeschlossener, gut geführter Pflanzenabteilung werden Sie fündig.
Aber Vorsicht! Nicht alles, was angeboten und verkauft wird, ist zweckmäßig. Informieren Sie sich vorher, was Sie brauchen, und vergleichen Sie auch die Preise! Es gibt einige Adressen im Internet, unter denen Zubehör bestellt werden kann. Wenn Sie sich im Handel informieren können, so nutzen Sie diese Möglichkeit. Dort können Sie die Ware "anfassen".
Wer sich bereits mit dem Zubehör für die Hydrokultur auskennt, kann es eher wagen online zu bestellen.

Wichtig für Anfänger!

Bevor sie aber unnötiges "Lehrgeld" bezahlen, informieren Sie sich ausführlich auf diesen Seiten. Diese Seiten sind nicht kommerziell und werden von keinem Hersteller gefördert. Wir sind völlig unabhängig und niemandem verpflichtet. So können deshalb auch Wahrheiten ausgesprochen werden, die den Herstellern und dem Fachverband "Hydrokultur" eventuell nicht immer genehm sind.

Pflanzen auswählen

Hier gilt es zu klären - kaufe ich gleich "fertige" Pflanzen, oder habe ich eine geeignete Pflanze, die ich auf Hydrokultur umstellen möchte? Manche Hydrokulturfreunde sagen dazu "umpolen". Über diesen Ausdruck läßt sich streiten. Ich persönlich finde ihn nicht gut.

Ob ich das Umstellen einer Pflanze von Erde auf Hydrokultur wagen kann, hängt ab vom Zustand, Alter und der Größe der Pflanze, sowie von der Jahreszeit. Das Umstellen ist in jedem Fall ein schwerer Eingriff in das Pflanzenwachstum, der zu einem Totalverlust der Pflanze führen kann. Junge, kräftige Pflanzen mit kräftigen Wurzeln sind dafür geeignet. Die beste Zeit ist im Frühjahr, wenn gerade "neues" Wachstum einsetzt. Pflanzen mit sehr feinen Wurzeln eignen sich nicht. Zu überlegen ist auch, ob es nicht besser ist einen Steckling von einer Pflanze zu schneiden und diesen direkt in (feinem) Substrat zu bewurzeln.

Wenn Sie es trotzdem wagen wollen .....

Nun aber zuerst zum Umstellen einer Pflanze von Kultur in Erde auf Hydrokultur.
Der Wurzelballen (mit Pflanze) wird aus dem Kulturtopf (Kunststoff oder Ton) herausgenommen. Vielleicht ist es notwendig zuerst mit einem Messer das Erdreich entlang der Topfinnenwand zu lösen. Loses Erdreich abschütteln und mit den Fingern vorsichtig entfernen. Durch Eintauchen in lauwarmes Wasser weitere Erde entfernen. Die Verwendung eines Holzstabes und einer abgewinkelten Pinzette ist dabei hilfreich. Es ist zwar wenig umweltbewußt, aber unter lauwarmem, fließendem Wasser läßt sich die Erde leichter entfernen. Der Strahl einer Munddusche kann für die Feinarbeit ebenso hilfreich sein. Es muß alles organische Material entfernt werden, damit später keine Fäulnis entstehen kann. Auch ist darauf zu achten, daß möglichst keine Wurzeln beschädigt werden. Abgestorbene Pflanzenteile und Wurzeln, und gerade die beim Auswaschen beschädigten, müssen entfernt werden. Dazu wird ein SCHARFES Messer verwendet! Eine Schere ist ungünstig, da die Schnittstelle damit gequetscht wird. Es empfiehlt sich die Schnittstellen mit pulverisierter Holzkohle zu desinfizieren.

Zuerst wird eine Schicht Blähton, der zuvor durchgespült wurde, in den Kulturtopf geschüttet. Ganz wichtig: Der Blähton sollte trocken oder zumindest nicht mehr sichtbar naß sein!
Jetzt hält man die Pflanze in den Kulturtopf und füllt weiter Blähton ein. Durch Schütteln rutscht der Blähton auch zwischen die Wurzeln. Nicht, wie bei Erde, andrücken! Die Pflanze darf dabei nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch eingesetzt werden. Zum Einfüllen des Blähtons empfehlen sich eine sogenannte "Mehlschaufel" (siehe Abb. 6 unter Hilfsmittel) oder eine Kanne mit großer Öffnung. Gegebenenfalls ist ein Haltestab gleich mit einzubetten. Er läßt sich nicht nachträglich einstecken!

Da die Pflanze weiterhin Wasser über die Blätter verdunstet, aber noch keines über die alten Wurzeln aufnehmen kann, ist meistens ein Verdunstungsschutz notwendig. Das ist nicht nötig bei Pflanzen mit dicken, festen Blättern und bei Kakteen (siehe dort). Das erste Wasser darf nicht von oben über den Blähton eingefüllt werden, sondern wird vorher in den Übertopf gegossen. Frisch umgestellte Pflanzen müssen mindestens alle 2 Tage kontrolliert werden.

Es ist darauf zu achten, daß sich keine Fäulnis oder Schimmel bildet. Ob Sie ein Pilzmittel (z.B. Physan, Chinosol) einsetzen, liegt in Ihrem Ermessen. Wenn Sie an der Triebspitze der Pflanze zartes Wachstum entdecken, können sie den Verdunstungsschutz zeitweise öffnen, aber noch nicht ganz entfernen. Die Intervalle des Öffnens sollen dann immer länger werden. Wenn die Pflanze nicht mehr welk wird, kann der Verdunstungsschutz dann ganz entfernt werden. Aber die Pflanze muß weiterhin überwacht werden.

Maßgebend für den Erfolg sind:

•  der Zeitpunkt, am günstigsten im Frühjahr,
•  eine junge, gesunde Pflanze,
•  sorgfältiges, schonendes Arbeiten.

Das Umstellen einer dahinsiechenden Pflanze bringt nichts!
Ein "Krüppel" ist dadurch auch nicht mehr zu retten. Besser, leichter und sicherer als das Umstellen einer Pflanze von Erdkultur auf Hydrokultur ist es von der vorhandenen Pflanze einen Steckling zu schneiden und diesen zu bewurzeln. Eine weitere Möglichkeit ist eine Jungpflanzen zu kaufen und diese selbst groß zu ziehen. Kaufen Sie diese aber ohne "Übertopf" und ohne den ("Spielzeug-") Wasserstandsanzeiger. Diese Ausgaben können Sie sich sparen.

Berlin, den 20. April 2001

Sehr wichtige Anmerkung: Seramis ist keine Hydrokultur!

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