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Alle lieben Palmen?

Warum? — Viele träumen davon am Strand unter einer Palme zu liegen.

Werden deshalb so viele Pflanzen als Palmen bezeichnet?

Früher galten Palmen in Kübeln vielfach als Prestigeobjekte. Inzwischen gewinnen die Palmen wieder sehr an Beliebtheit.
Weil alle Palmen lieben, haben wohl die "Erfinder" der Trivialnamen andere Absichten gehegt, als richtige Informationen zu verbreiten. Wer träumt nicht von einem Strand mit Palmen und darunter zu liegen?

Was da alles als Palme bezeichnet wird gehört nicht zur Familie der Palmen - Arecaceae.

Hier sehen Sie drei Beispiele "echter Palmen":


Weitere Bilder von Palmen finden Sie in der Galerie der Arecaceae - Palmengewächse

Hier nun einige Beispiele der zahlreichen irreführenden Namensgebungen:

Da gibt es die "Wasserpalme", die eigentlich eine Pachira aquatica Aubl. aus der Familie der Malvaceae - Malvengewächse ist.

Selbst das Zypergras (Cyperus) aus der Familie der Cyperaceae - Sauergrasgewächse wird manchmal als "Wasserpalme" bezeichnet.

Der Elefantenfuß - Beaucarnea recurvata Lem. wurde im Handel von einer Pflanzenmarktkette schon als "Elefantenfußpalme" tituliert.

Weiter gibt es die Madagaskarpalme.
Dieser Name ist allerdings voll "eingebürgert", obwohl es keine Palme, sondern eine Sukkulente aus der Familie der Apocynaceae - Hundsgiftgewächse ist.

Es geht weiter mit der "Bananenpalme", ja so wird sie manchmal im Handel und besonders oft in den Foren im Internet bezeichnet, die eine Staude ist und zur Familie der Musaceae - Bananengewächse gehört.

Selbst die Drachenbäume, Mitglieder der Unterfamilie Nolinoideae in der Familie der Asparagaceae - Spargelgewächse, werden immer wieder falsch als "Drachenpalme" bezeichnet.

Dies hier sind keine Palmen, obwohl der Begriff "Palme" im Namen verwendet wird:


Auf einer Internetseite wird in der Pflanzenauflistung "Gruppe der Palmen" die "Schusterpalme" - Aspidistra elatior Blume mit aufgeführt. Diese Pflanze gehört ebenfalls in die Unterfamilie Nolinoideae in der Familie der Asparagaceae - Spargelgewächse. Ein besserer deutscher Name dafür ist Schildblume.

Der im Handel und vielen Veröffentlichungen benutzte Name "Hawaiipalme" oder "Vulkanpalme" ist ein weiteres Beispiel, das für Verwirrung sorgt. Diese Pflanze hat zwar einen Stamm und oben ein paar Blätter, aberr sie gehört zur Familie der Campanulaceae - Glockenblumengewächse. Aber als Palme läßt sich diese Pflanze eben besser vermarkten, wie unter ihrem botanischen Namen Brighamia insignis A. Gray

Den Vogel schießt der deutsche Name "Kartonpapierpalme" für die Zamioculcas zamiifolia (Lodd.) Engl. ab.

Woher der Name "Kraftfahrerpalme" für die Euphorbia leuconeura Boiss. kommt, weiß auch nur der Erfinder dieses Wortgebildes. Besser passt da schon eher der Name "Madagaskar-Juwel".

Die Berliner dagegen bezeichnen fast alles, was einen Stamm und oben ein paar Blätter hat, als Palme, und wenn es dann schlussendlich eine Schefflera ist.

Aber lassen Sie sich nicht die Freude an den Pflanzen vermiesen und pflegen Sie diese, so gut es geht. Beachten Sie bei der Auswahl von einer "echten" Palme aber darauf, ob Sie ihr die nötigen Bedingungen vom Standort und der Pflege her bieten können.
Es gibt da auch einige Palmenarten, die Sie in Ihren Garten pflanzen können. Denken Sie daran, daß die oft gepriesene Winterhärte aber ihre Grenzen hat.

Wenn alles nicht geht, so stellen Sie sich eben eine künstliche Palme in die hintere dunkle Ecke Ihrer Wohnung. Das ist ein immer bevorzugter Platz, weil die Ecke ja noch begrünt werden muß. Nur wird in einer dunklen Ecke in einer Wohnung keine Palme, mit noch so geringen Lichtansprüchen, lange überleben.

Verwundert staunt der Pflanzenfreund dann nur, daß in Ländern, in denen echte Palmen prächtig gedeihen können, oft solch künstliche Gebilde, wie nachfolgend zu sehen, aufgestellt werden.

Die Familienbeschreibung der Arecaceae - Palmengewächse mit einzelnen Pflanzen- und Pflegebeschreibungen, sowie der Galerie mit Palmenbildern (echte) finden Sie hier.


Berlin. den 17. September 2011

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