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Geben Sie Ihrer Pflanze das richtige Licht
(2. Teil)

.... damit Sie lange Freude an ihnen haben

Hier nun die Fortsetzung des 1. Beitrages "Geben Sie Ihrer Pflanze das richtige Licht"
Wir empfehlen diesen Artikel erst zu lesen!

Die normale Raumbeleuchtung reicht in der Regel im Winter zur Pflanzenbelichtung nicht aus, höchstens bei niedrigen Raumdecken oder abgependelten Leuchten.
Wie viel Licht eine Lampe abgibt, wird mit Lumen pro Watt (lm/W) bezeichnet.
Die Tabelle zeigt die energetischen Nachteile der Glühlampen gegen andere Lichtquellen auf.

- Aussage, wie viel Strahlung von einer Lampe ausgeht, gemessen in Milliwatt pro Watt (mW/W).
- Aussage, wie viel Stunden eine Lampe nutzbringend (ausreichend hell) Licht abgibt, gemessen in Stunden (Tabelle).
- Aussage, mit welcher Farbe eine Lichtquelle das sichtbare Licht abgibt, z.B. Warmton, Warmweiß, Weiß, Neutralweiß, Tageslicht, besonders zu beachten bei Leuchtstofflampen (Tabelle).


Glühlampen sind Wäremestrahler und geben den überwiegenden Teil der aufgenommenen Energie in Form von Wärme ab. Sie sind für eine Zusatzbelichtung der ungeeigneteste Lampentyp überhaupt. Das Lichtspektrum ist überwiegend im orange-roten Bereich angesiedelt, so dass es trotz intensiver Belichtung mit Glühlampenlicht zum Vergeilen der Pflanzen kommen kann, da der blau-violette Anteil des Spektrums völlig fehlt. Daran ändern auch Reflektor-Glühlampen, Deko- und Halogenstrahler kaum etwas.
Es muss eindringlich davor gewarnt werden, sogenannte Pflanzenleuchten mit Glühlampen im Winter zur Zusatzbelichtung einzusetzen, denn die gefärbten Glaskolben ändern nicht deren mangelhafte Eigenschaften zur Pflanzenbelichtung.


Mit lassen sich allerdings effektvoll Einzelpflanzen aus dem Gefäß herausleuchten. Bei Lampen um 50 Watt Leistungsaufnahme ist oftmals eine optimale Beleuchtungsstärke gegeben. Glühlampen haben zwar die niedrigsten Anschaffungskosten aller Lampentypen, sind energetisch jedoch die unwirtschaftlichsten künstlichen Lichtquellen. Übrigens, man bezeichnet die "Glühbirne" als Lampe und den Lampenträger als Leuchte.

Es wird empfohlen eine Lampe nur in die dazu vom VDE, TÜV. GS zugelassene und geprüfte Leuchte einzuschrauben. Das CE-Zeichen stellt nur eine europäische Konformitäts-Kennzeichnung dar und ist kein Qualitätszeichen!


(Niederdruck-Entladungslampen) Im Volksmund werden sie als Leuchtstoff- bzw. Neonröhren bezeichnet. Der Lichttechniker nennt sie Niederdruck-Gasentladungslampen. Unter der Bezeichnung . "Drei-Banden-Leuchtstoff-Lampen" bietet die Lampenindustrie ein hervorragendes Leuchtmittel mit sehr guten Lichtfarben an, welches eine hervorragende Lichtausbeute von bis zu 95 Lumen je Watt Leistungsaufnahme besitzt.

Durch die Verringerung des Lampendurchmessers von 39 mm (T13) auf 26 mm (T8) ist allein eine ca. 10%tige Energieeinsparung zu verzeichnen. Dieser Lampentyp ist bestens zur Flächenbelichtung geeignet und in der Tabelle mit den im Wohnbereich empfohlenen Lichtfarben aufgelistet. Gegenüber den 5- und 7-Banden- Leuchtstofflampen besitzen sie eine um 30 % höhere Lichtausbeute. T5-Lampen mit 16 mm Durchmesser sind ebenfalls sinnvoll, jedoch teurer in der Anschaffung.

Empfehlenswert sind Komplett-Sets (Lampe + Leuchte, inklusive Stecker und Zuleitung) zu günstigen Preisen, welche teilweise auch in Anbauwänden eingebaut werden dürfen (Möbelzeichen MM). Die Kosten der Lampen allein, die sich aufgrund des verringerten Durchmessers in fast jede vorhandene Leuchte eindrehen lassen (der Abstand der Stifte ist geblieben außer bei TS-Lampen; neue Leuchten sind notwendig), liegen bei ca. 10 - 20 Euro, die Komplett-Sets bei ca. 50 bis 150 Euro für Langfeldlampen. Für Designer-Leuchten liegen die Preise auch darüber.
Einige Kompakt-Leuchtstofflampen besitzen Glühlampen-Schraubsockel (E 14 oder E 27), so daß dieser Lampentyp in fast jede Leuchte eingeschraubt werden kann. Andere Kompaktlampen benötigen für den Stecksockel einen in der Leuchte integrierten Adapter mit geeignetem Betriebsmittel (Starter, Kondensator, Vorschaltgerät).

Die Industrie gibt an, dass eine Kompakt-Leuchtstofflampe mit 20 Watt Leistung die gleiche Helligkeit leistet wie eine Allgebrauchs-Glühlampe von 100 Watt, allerdings mit einem wesentlich besseren Spektrum für die Photosynthese und einer Nutzbrenndauer von 8.000 bis 12.000 Stunden. In einer entsprechend guten Reflektorleuchte lässt sich damit ein kleines Rundgefäß optimal ausleuchten.

Leuchtstofflampen haben bei den in der Lampentabelle empfohlenen Lichtfarben ein für Pflanzen optimales Spektrum, aber auch für Aquarien und Terrarien einen ausreichenden orange-roten und blau-violetten Strahlenanteil.

Die 3-Banden-Lampen haben zudem ein Optimum im für den Menschen wichtigen Grünbereich. Durch ästhetische Blenden, gute Reflektoren in den Leuchten, Rollos etc. kann eine blendfreie Aufhängung ermöglicht werden. Wichtig jedoch ist ein tief- oder tiefbreitstrahlender Reflektor. Die Aufhängungshöhe sollte minimal 50 bis 80 cm über Blattoberfläche sein, bei Kakteen und anderen Sukkulenten bis auf 20 cm über Pflanzenspitzen, wodurch sich für die "lichthungrigen" Pflanzenarten die Lichtausbeute verbessert. Leuchtstofflampen ziehen Staub an; dieser muss von Zeit zu Zeit entfernt werden.
Zum Einsatz kommen die "Neue Generation-Typen" mit den Lichtfarben 827 (warmweiß) und 840 (neutralweiß), beide Farbwiedergabe Stufe 1 oder die neuen Kompakt-Lampen der Eco- oder Profi-Line.

Lampen mit einem "R" hinter der Lichtfarben-Kennzahl besitzen eine in der Lampe aufgebrachte Reflexschicht, die ca. 30 % mehr Licht nach unten abstrahlt.

Hochdruckdampf-Entladungslampen
Quecksilberdampf-Hochdrucklampen
Dieser Lampentyp mit Leistungsbereichen zwischen 50 und 250 Watt wird aufgrund immer besserer und formschöner Leuchten auch im Wohn- und Bürobereich sowie über Aquarien und Terrarien eingesetzt. Die Lampen sitzen so tief in den Leuchten mit Spezial-Reflektoren, dass das hervorragend geeignete assimilatorische Licht blendfrei abgestrahlt wird.
Sollte die Wohnraumatmosphäre jedoch nachteilig beeinflusst werden (bei sehr großen Pflanzen), so kann, wie im Vorspann beschrieben, eine Belichtung während der Nacht erfolgen. Die Lampen (Tabelle) bringen eine punktuelle Ausleuchtung mit dem optimalen blau-violetten Spektrum und geringem Rotlichtanteil.
Sie sollten abhängig von der Leistungsaufnahme und Pflanzenart 50 cm bis 150 cm über der Blattoberfläche aufgehängt (Pendelleuchten) oder an der Wand installiert werden (Wand- und Deckenleuchten, Anbau- oder Einbauleuchten).


Der Wirkungsgrad ist etwa viermal höher als der von Glühlampen bei einer wesentlich besseren Zusammensetzung des Spektrums für die Pflanze. Besonders positiv ist der hohe Anteil des Strahlungsanteiles und die UV-Strahlung zu bewerten. Quecksilber-Hochdrucklampen müssen mit einem Vorschaltgerät betrieben werden, welches entweder im Leuchtendom oder extern installiert wird.

Nach ca. 3 Minuten ist die volle Lichtleistung erreicht; ein Wiederzünden ist erst nach Abkühlen der Lampe möglich. Durch Seilzugkonstruktionen können die Leuchten in der Höhe variabel abgependelt werden. Da für diesen Lampentyp spezielle Leuchten notwendig sind, bietet die Industrie Komplett-Sets an, die ca. 80 bis 200 Euro je nach Design und Material der Leuchte kosten. Angestrebt wird Licht mit warmweißer Farbe (z.B. HQL-Super de Luxe. HPL Comfort). Die Sets haben meist einen steckerfertigen Anschluss oder können mit entsprechendem Adapter auch in Stromschienen eingeklinkt werden.

Quecksilber-Hochdrucklampen mit einer Leistungsaufnahme über 125 Watt können in sehr großen Blumenfenstern, Orangerien und Hobby-Gewächshäusern eingesetzt werden, da hier bei größerem Abstand auch größere Flächen ausgeleuchtet werden können. Die Leuchten müssen u.U. für feuchte und nasse Räume zugelassen sein (VDE 0100) z.B. in Klein-Gewächshäusern. Metallhalogendampf-Hochdrucklampen stellen eine Weiterentwicklung der Quecksilber-Hochdrucklampen dar.
Einsatz finden diese Lampen in entsprechenden Leuchten im Hobby-Gewächshaus sowie in großen "echten" Blumenfenstern und Wintergärten.
Auch hier ist zur raten, Lampe und Leuchte steckerfertig im Komplett-Set zu erwerben, wobei mit Preisen ab 200 Euro aufwärts zu rechnen ist. Dabei kommen u.a. Kompaktlampen mit einer Leistung von 35 - 250 Watt zum Einsatz (Tabelle). Im Wohn- und Bürobereich wird die warmweiße Lichtfarbe (WDL) bevorzugt. Das Vorschalt- und Zündgerät wird extern platziert oder ist in der Leuchte integriert. Aufgrund der Leistungsstärke sind diese Lampen auch für höhere Aufhängung bzw. größere Entfernungen geeignet.

Für Wintergärten, größere Räume und höhere Raumdecken mit überwiegend Grünflanzen eignet sich auch die Lichtfarbe NDL Neutralweiß de Luxe. beide Lichtfarben mit der Farbwiedergabe Stufe 1 = sehr gut.

Natriumdampf-Hochdrucklampen
Es kommen nur die Spezial-Lampen mit der Farbwiedergabe Stufe 1 B / 2A, die auch für Display- und Akzentbeleuchtung geeignet sind, zur assimilatorischen Belichtung in der Innenraumbegrünung zum Einsatz (Tabelle).
Diese verbesserten, teilweise mit Xenon und Halogeniden gefüllten Na-Hochdrucklampen sind auch gut zur Belichtung in Wohn-, Büro- und Ausstellungsräumen, Foyers und Galerien geeignet, wenn auch natürliches Licht über Fenster und Dachoberlichter einstrahlen kann. Sie werden in offenen Leuchten betrieben und besitzen keine UV-Strahlung.
Zum Betrieb der Lampen (35 W - 100 W) sind Vorschalt- und Zündgerät notwendig.
Elektronische Betriebsmittel bieten weitere Vorteile (Energieeinsparung. Lichtfarbenstabilität usw.). Es ist mit Kosten in Höhe von 200 Euro bis 450 Euro zu rechnen, je nach Ausführung, Designer- Leuchten auch teurer.
Tabellen: Lampenarten zur assimilatorischen Pflanzenbelichtung in der Innenraumbegrünung, Galerien, Wintergärten u.a. und einige Lux-Zahlen.

©  Dipl. Ing. Dieter Jansen, Spezialberater Technik im Gartenbau, Kassel


Berlin, den 15. Dezember 2007

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