..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Ordnung und Übersicht im Pflanzenreich7. Teil ::..

Ordnung und Übersicht im Pflanzenreich
7. Teil

Übersicht über die hauptsächlichen Veränderungen in den Familien:
Die 36 wichtigsten Fälle – Fälle 10 bis 23

© Dr. Joachim Keller - Quedlinburg

Dieser Beitrag schließt sich an den Teil 6 an, in dem die Fälle 1 bis 9 behandelt werden.

10.
Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse). Die unverwachsenen Fruchtblätter und weitere Blütenmerkmale veranlassten dazu, die Pfingstrosen (Paeonia) in diese Familie einzuordnen. Sie bekamen aber wegen zu vieler Abweichungen schon frühzeitig den Rang einer eigenen Familie Paeoniaceae (Pfingstrosengewächse), wiewohl sie dann mehrmals im System zwischen verschiedenen Ordnungen hin und her geschoben und nun von der Angiosperm Phylogeny Group APG in die Nähe der Steinbrechgewächse eingeordnet wurden.


11. Papaveraceae (Mohngewächse) und Fumariaceae (Erdrauchgewächse). Das ist ebenfalls ein uralter Streitfall, in dem sich die Autoritäten bis heute nicht geeinigt haben. Während GRIN die Familien trennt, nehmen APG und IPNI die Familien unter Papaveraceae zusammen.

Nachtrag: Inzwischen (Mai 2012) hat auch GRIN die ehemaligen Fumariaceae in die Papaveraceae einbezogen, so dass der Fall jetzt eindeutig ist.


12. Amaranthaceae (Fuchsschwanzgewächse) und Chenopodiaceae (Gänsefußgewächse) sind von APG unter der Familie Amaranthaceae vereinigt worden. GRIN ist dem bisher nicht gefolgt. (Stand Februar 2012)


13. Portulacaceae (Portulakgewächse). Hier scheint noch vieles im Fluss zu sein. Die als Zimmerpflanze weit verbreitete Portulacaria afra (L.) Jacq. (Speckbaum) ist zusammen mit einigen anderen Arten in die Didiereaceae (Didiereagewächse) verschoben worden. Über die Einbeziehung oder Ausgliederung von Gattungen gibt es noch große Unklarheiten. Sie sehen hier einen besonders deutlichen Fall, dass die Forschung noch nicht überall im System abgeschlossen ist.


14. Loranthaceae (Riemenblumengewächse) sind strauchige Schmarotzerpflanzen auf Bäumen. Obwohl die Misteln äußerlich den Riemenblumen ähnlich sind, gab es genügend Merkmale sie in einer eigenen Familie Viscaceae (Mistelgewächse) abzutrennen. Schließlich werden sie nun in die Familie Santalaceae (Sandelholzgewächse) eingeordnet.



15. Die "alten" Saxifragaceae werden ausführlicher in Beitrag 10 dargestellt.

16. Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)
. Aus dieser riesigen und vielgestaltigen Familie ist die Gattung Phyllanthus mit einigen anderen als Phyllanthaceae (Stachelbeerbaumgewächse) abgetrennt worden.


17. Fabaceae, auch Leguminosae genannt (Leguminosen). Diese Familie besteht aus drei Unterfamilien, die früher oft als selbständige Familien Mimosaceae (Mimosengewächse), Caesalpiniaceae (Caesalpiniengewächse) und Fabaceae, auch Papilionaceae (Schmetterlingsblütler) gehandhabt wurden.


18. Rosaceae (Rosengewächse). Diese große, gärtnerisch bedeutende Familie ist recht vielgestaltig. Besonders Kernobst und Steinobst findet man deshalb in alten gärtnerisch-botanischen Lehrbüchern vom Ende des 19. Jahrhunderts als eigene Familien. Auch die anderen Unterfamilien wurden ab und zu in den Rang eigener Familien erhoben: Prunaceae (Steinobst) und Malaceae (Kernobst), was sich aber nicht halten ließ.



19. Ulmaceae (Ulmengewächse) und Celtidaceae (Zürgelbaumgewächse). Die letztere Familie wurde manchmal aus den Ulmengewächsen abgetrennt. Letztlich „landete“ sie nun aber in den Cannabaceae (Hanfgewächse).


20. Betulaceae (Birkengewächse) und Corylaceae (Haselgewächse). Diese beiden Familien wurden früher getrennt und sind nun unter Betulaceae zusammengefasst.


21. Brassicaceae, auch Cruciferae genannt (Kreuzblütler), Cappa(rida)ceae (Kaperngewächse), sowie Cleomaceae (Spinnenpflanzengewächse). Auch hier kann man eine neuerliche Veränderung beobachten. APG und GRIN trennen alle drei Familien voneinander, während vorübergehend Tendenzen der Zusammenfassung bestanden (Judd et al., 2002: Plant Systematics, a Phylogenetic Approach).


22. Malvaceae (Malvengewächse). In diese wurden die ehemals selbständigen Familien Tiliaceae (Lindengewächse) und Bombacaceae (Wollbaumgewächse) „eingemeindet“.


23. Sapindaceae (Seifenbaumgewächse). In diese wurden die Aceraceae (Ahorngewächse) und Hippocastanaceae (Rosskastaniengewächse) aufgenommen.



Im folgenden Beitrag wird die Liste mit den Fällen 24 bis 36 abgeschlossen, wonach drei Einzelfälle näher beleuchtet werden.

 

Berlin, den 11. Juli 2009

Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen