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Verramschte Pflanzen - Aldi und die Hydrokultur

Sonderangebot - Hydrokulturpflanzen mit Wasserstandsanzeiger und Übertopf. Also ein sogenanntes Komplettangebot.
Das klingt verlockend und 2,49 Euro ist natürlich ein wahnsinnig günstiger Preis. Da müßten geradezu Heerscharen von Käufern hinrennen. Der Fachhandel hat mal wieder das Nachsehen.

In dem wöchentlich von Aldi versandten Newsletter (ANGEBOTE von ALDI-Nord für KW: 28 Verkauf ab: 10.07.02 ) stand die Ankündigung:
HYDROKULTUR-PFLANZEN

verschiedene Pflanzen mit dekorativen Keramikübertöpfen in aktuellen, Farben, inkl. Wasserstandsanzeiger und Vorratsnährstoffen für 2 Monate, Höhe inkl. Topf ca. 30 - 40 cm - Stück 2,49

In den dazugehörigen Anzeigen in der Tagespresse tauchte das Angebot mit den Hydrokulturpflanzen allerdings nicht auf. Auch nicht in den gedruckten Werbezetteln. So besuchte ich 2 Märkte von Aldi. Siehe da es gab besagtes Angebot der Hydrokulturpflanzen.

Ich sah folgende Pflanzen:

Den im Angebot erwähnten Langzeitdünger konnte ich im Gefäß nicht entdecken. Weder lose eingestreut, noch als Batterie.

In den Kulturtöpfen steckte ein Etikett mit folgender Beschriftung:

Der Inhalt dieser Anleitung ist zwar nicht falsch, aber zu allgemein und ungenau gehalten.

Warum bietet Aldi dieses Komplettangebot so günstig an?

In erster Linie sollen damit Kunden angelockt werden, die nicht nur diese Hydrokulturpflanzen kaufen, sondern auch noch andere Waren mitnehmen. Weiter ist die Kalkulation für das Angebot eine Lebensmittelkalkulation und derartig ausgelutscht, daß kaum etwas daran verdient wird. Wenn eine Kette wie Aldi gleich mehrere LKW voll mit diesem Angebot, egal von welchem Grossisten abnimmt, bestimmt Aldi den Preis. Solch einen Preis bekommt deshalb auch kein Fachhändler. Welcher Fachhändler kann schon einen LKW voll vom gleichen Artikel abnehmen? Außerdem gibt es bei Aldi keinerlei Beratung. Diese holen sich dann die "Kunden" in unfairer Weise beim Fachhandel, der wieder mal das Nachsehen hat.
Dazu kommt auch noch, daß Anfänger mit Hydrokultur durch diese ungünstige Topfgröße zu viele Fehler machen können und die Pflanzen nach kurzer Zeit eingehen. Wenn das passiert, wird es der Hydrokultur angelastet. Wer sucht schon die Fehler bei sich selbst? Woher soll er es auch wissen?

Bei solchen Aktionen kann ein Pflanzenfreund, der die entsprechende Erfahrung und die nötigen Kenntnisse besitzt, sicher günstig an Hydrokulturpflanzen kommen. Aber ich halte diese Aktionen wenig fördernd für die Sache der Hydrokultur. Dazu noch auf lange Sicht schädlich für die Produzenten selbst, weil sich der Fachhandel dann lukrativeren Geschäften zuwendet. Wenn die Grossisten (Erzeuger) mit entsprechenden Aktionen den Fachhandel unterstützen und dadurch die Kunden ehrlicher bedienen würden, so wäre auch der Hydrokultur in der Zukunft nachhaltiger Erfolg beschieden. Viele Dinge, die gewisse Kenntnisse voraussetzen, sind nicht dazu geeignet einfach verramscht zu werden.

Berlin, den 27. Juli 2002


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