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Die Magnesium Versorgung von "Zierpflanzen"

Vergessen Sie das Magnesium nicht!

© Dr. Harald Strauch

Magnesium nimmt bei den Menschen, Tieren und auch den Pflanzen eine besondere Stellung ein. Ebenso sind Einzeller ohne Magnesium nicht lebensfähig. So befindet sich der größte Anteil des aufgenommenen Magnesiums beim Menschen im Skelett, einen weiteren nennenswerten Anteil finden wir in den Muskeln, im Blut und in zahlreichen Enzymen. Der Magnesiumbedarf des Menschen liegt bei etwa 250 bis 300 Milligramm am Tag.
Eine Abnahme des Gehaltes im Blut führt zu schweren Nervenstörungen. Aber auch der leidige "Hexenschuss" kann auf Magnesiummangel zurückzuführen sein. Als Zentralatom des Chlorophylls gehört das Magnesium zu den wichtigsten Mineralstoffen des Lebens.

In diesem Zusammenhang möchten wir uns die Schlüsselrolle von Magnesium in der pflanzlichen Ernährung einmal näher ansehen.

Neben der Beteiligung an der Photosynthese, unter anderem am Aufbau und an der Erhaltung des Chlorophylls, werden zahlreiche Enzymreaktionen vom Magnesium gefördert. Durch seine enzymaktivierende Wirkung beeinflusst es umfassend energieübertragende Prozesse im Zellstoffwechsel. Ähnlich wie Calcium, hat auch Magnesium eine wichtige Funktion in der Stabilisierung der Zellmembranen.

Magnesium ist für den Aufbau von Eiweiß erforderlich und beeinflusst den Phytohormon Haushalt, sowie die Nitratreduktion.

Bei geringen Magnesiumgehalten in der Nährlösung wird die Magnesiumaufnahme, durch hohe Calcium- und Kaliumkonzentrationen deutlich reduziert. Ähnlich hemmend auf die Magnesium Aufnahme wirken erhöhte Konzentrationen von Ammonium Stickstoff, im Gegensatz zu einer Nitraternährung, die eine Magnesiumaufnahme fördert. So ist zum Beispiel der Magnesiumbedarf verschiedener Pflanzenarten sehr unterschiedlich. Citrus Arten benötigen beispielsweise einen hohen Magnesiumgehalt in der Nährlösung (Warum sind Citrus-Pflanzen chlorotisch?).

Hinweise sprechen dafür, dass Magnesium von der Pflanze passiv aufgenommen wird. Es ist in der Pflanze sehr gut beweglich und unterscheidet sich darin deutlich vom Calcium (Die Caliciumversorgung ist nicht nur für den Menschen von Bedeutung...).
Bei Unterversorgung wird Magnesium auch aus älteren Blättern mobilisiert und in jüngere Blätter transportiert, so dass Mangelsymptome zuerst an älteren Blättern auftreten.
Es zeigen sich chlorotische Flecken in den Interkostalflächen von der Blattspitze und den Blatträndern in Richtung auf die Blattmitte. Bei Magnesiummangel bewirkt der dadurch bedingte Chlorophyllabbau ein goldgelbes Aussehen der Mangelblätter, die vorzeitig abgeworfen werden.

Durch eine Magnesium Düngung kann ein Mangel jedoch schnell behoben werden.
Für eine ausreichende Ernährung sind etwa 15 bis 20 Milligramm/Liter Magnesium im Gießwasser erforderlich. Der Magnesiumgehalt im Trinkwasser der Bundesrepublik Deutschland liegt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zwischen 2 und 30 Milligramm je Liter.

Flüssigdünger enthalten sehr selten und dann auch nur in geringen Mengen Magnesium, da Magnesium in einem NPK-Dünger nicht lagerfähig ist und ausfällt.
Magnesium muss deshalb, wenn es im Gießwasser nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, über einen Zwei Komponenten Dünger verabreicht werden.

Berlin, den 24. Juli 2010



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