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Wie stelle ich eine Pflanze von Kultur in Erde auf Hydrokultur um?

Hier gilt es zu klären - kaufe ich gleich "fertige" Pflanzen, oder habe ich eine geeignete Pflanze, von der ich einen Steckling schneiden kann , um diesen direkt in geeignetem Substrat zu bewurzeln.

Wenn Sie es trotzdem wagen wollen - nun aber zuerst zum: Umstellen einer Pflanze von Kultur in Erde auf Hydrokultur.

Der Wurzelballen (mit Pflanze) wird aus dem Kulturtopf (Kunststoff oder Ton) herausgenommen. Vielleicht ist es notwendig zuerst mit einem Messer das Erdreich entlang der Topfinnenwand zu lösen. Loses Erdreich abschütteln und mit den Fingern vorsichtig entfernen. Durch eintauchen in lauwarmes Wasser weitere Erde entfernen. Die Verwendung eines Holzstabes und einer abgewinkelten Pinzette (# 7) ist dabei hilfreich. Es ist zwar wenig umweltbewußt, aber unter lauwarmem, fließendem Wasser läßt sich die Erde leichter entfernen. Der Strahl einer Munddusche kann für die Feinarbeit ebenso hilfreich sein. Es muß alles organische Material entfernt werden, damit später keine Fäulnis entstehen kann. Auch ist darauf zu achten, daß möglichst keine Wurzeln beschädigt werden. Abgestorbene Pflanzenteile und Wurzeln, und gerade die beim Auswaschen beschädigten, müssen entfernt werden. Dazu wird ein SCHARFES Messer verwendet! Eine Schere ist ungünstig, da die Schnittstelle damit gequetscht wird. Es empfiehlt sich die Schnittstellen mit pulverisierter Holzkohle zu desinfizieren.


Zuerst wird eine Schicht Blähton, der zuvor durchgespült wurde, in den Kulturtopf geschüttet. Ganz wichtig, der Blähton sollte trocken oder zumindest nicht mehr sichtbar nass sein!

Jetzt hält man die Pflanze in den Kulturtopf und füllt weiter Blähton ein. Durch schütteln rutscht der Blähton auch zwischen die Wurzeln. Nicht, wie bei Erde, andrücken! Die Pflanze darf dabei nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch eingesetzt werden. Zum leichteren Einfüllen des Blähtons empfiehlt sich ein sogenannte "Mehlschaufel" (siehe Abb. # 6 unter Hilfsmittel), oder eine Kanne mit großer Öffnung. Gegebenenfalls ist ein Haltestab gleich mit einzubetten. Er läßt sich nicht nachträglich einstecken! Da die Pflanze weiterhin Wasser über die Blätter verdunstet, aber noch keines über die alten Wurzeln aufnehmen kann, ist meistens ein Verdunstungsschutz notwendig. (nicht bei Pflanzen mit dicken, festen Blättern und bei Kakteen (siehe dort)) Das erste Wasser darf nicht von oben über den Blähton eingefüllt werden, sondern wird vorher in den Übertopf gegossen. Frisch umgestellte Pflanzen müssen mindestens alle 2 Tage kontrolliert werden.


Es ist darauf zu achten, daß sich keine Fäulnis oder Schimmel bildet. Ob Sie ein Pilzmittel ( z.B. Physan, Chinosol) einsetzen liegt in Ihrem Ermessen. Wenn Sie an der Triebspitze der Pflanze zartes Wachstum entdecken können sie den Verdunstungsschutz zeitweise öffnen, aber noch nicht ganz entfernen. Die Intervalle des Öffnens sollen dann immer länger werden. Wenn die Pflanze nicht mehr welk wird kann der Verdunstungsschutz dann ganz entfernt werden. Aber die Pflanze muß weiterhin überwacht werden.



Maßgebend für den Erfolg ist:

• der Zeitpunkt, am günstigsten im Frühjahr
• eine junge, gesunde Pflanze
• sorgfältiges Arbeiten

Das Umstellen einer dahin siechenden Pflanze bringt nichts! Ein "Krüppel" ist dadurch auch nicht mehr zu retten. Besser, leichter und sicherer als das Umstellen einer Pflanze von Erdkultur auf Hydrokultur ist es von der vorhandenen Pflanze einen Steckling zu schneiden und diesen zu bewurzeln. Eine weitere Möglichkeit ist Jungpflanzen zu kaufen und diese selbst groß zu ziehen. Kaufen Sie diese aber ohne "Übertopf" und ohne den ("Spielzeug-") Wasserstandsanzeiger.
Diese Teile brauchen Sie anschließend ja nicht mehr.


Berlin, den 24. April 2001

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