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Charles Plumier - Der Entdecker der Fuchsia

Charles Plumier entdeckte vor 300 Jahren die Fuchsia L.

Autor: Hermann Maurer

Charles Plumier wurde am 20. April 1646 in Marseille geboren, er trat schon mit 16 Jahren in einen geistlichen Orden ein und studierte zunächst in Toulouse, vornehmlich Mathematik. Sein weiterer Weg führte ihn zu Studien nach Rom in das Kloster Trinite du Mont. Dort wurde er von dem Pater Philip Sergeant und dann von Franz v. Onuphriis in die Botanik eingeführt. Seine weitere Ausbildung erhielt er anschließend von dem damals berühmten Botaniker Paolo Boccoue.

Nach seinen Studien in Rom in die Heimat zurückgekehrt, erhielt Plumier von seinen Vorgesetzten die Erlaubnis, die Flora der näheren und weiteren Umgebung seiner Heimat zu studieren. Dabei lernte er einen weiteren großen Botaniker seiner Zeit kennen. Der Botaniker Tournefort war eine bekannte und angesehene Persönlichkeiten auf diesem Gebiet und dieser Tournefort nahm den jungen Plumier mit auf seine Exkursionen in das Alpengebiet und in die Provence.

Plumier hatte schon früh den Plan ein eigenes Werk zu schreiben, in dem alle damals bekannten Pflanzen Aufnahme finden sollten. Zu diesem Zweck sammelte er Texte und Zeichnungen über viele Jahre. Plötzlich bekam er aber eine ganz andere Aufgabe zugeteilt die ihm neue und größere Möglichkeiten eröffneten. Er sollte dadurch zum wichtigsten Forscher der Flora von Westindien werden.

Im Jahre 1689 erhielt der Intendant*) der Galeeren von Marseille den Auftrag einen geeigneten Mann zu suchen, welcher auf den Antillen merkwürdige und bemerkenswerte Gegenstände aus allen Naturreichen sammeln und nach Paris schicken sollte. Besonders war man an Heilpflanzen interessiert, vornehmlich an der Chinarinde (Chinin) die als fiebersenkendes Mittel gegen die Malaria angewendet wurde.

Die Wahl fiel auf den Arzt Josephe Donat Surian. Dieser erwählte sich Charles Plumier zum Begleiter. Ausschlaggebend war das besonders ausgeprägte Talent von Plumier die Naturgegenstände ganz hervorragend zeichnerisch und malerisch wiederzugeben. Als absoluter Vegetarier war er in einer außergewöhnlichen guten Verfassung, aber seine Reisen in die Tropen wurden doch etwas erschwert weil der Proviant für eine lange Schiffsreise nur bedingt vegetarisch möglich war.

Die letzte Veranlassung zu diesen Forschungsreisen, es waren insgesamt drei, war wahrscheinlich der Erfolg eines Engländers, James Sloane, der die Insel Jamaika wissenschaftlich erforscht hatte und dabei die Botaniker mit vielen fremden Gebilden überraschte. Von den auf Jamaika gesammelten Farne schickte Sloane dem französischen Botaniker Tuornefort einige Exemplare. Als Mitglied der Akademie und durch seine Beziehungen zum Königshof hatte Tuornefort leicht die Möglichkeit auf die französische Regierung einzuwirken und sie zu einem ähnlichen Unternehmen aufzufordern.

Noch im Jahr 1689 reisten Surian und Plumier von Marseille ab. Zunächst steuerte man Martinique und dann Haiti an. Bei der Forschungsarbeit hatte man eine Arbeitsteilung vereinbart Surian untersuchte die gefundenen Pflanzen auf ihre medizinische Besonderheiten und präparierte das Pflanzenmaterial. Plumier erstellte wahrhaft künstlerische Zeichnungen von Tieren und Pflanzen. Aus unbekannten Gründen hatten sich die beiden miteinander verfeindet Als sie nach eineinhalb Jahren nach Frankreich zukehrten, trennten sich dadurch ihre Wege. Surian verstarb 1691.

Charles Plumier wurde in Anerkennung seiner erfolgreichen Arbeit zum "Botaniste du roi" (königlicher Botaniker) ernannt. Bald darauf wurde Plumier nochmals nach West-Indien geschickt, diese Reise dauerte etwa ein halbes Jahr. Er verweilte hauptsächlich auf dem westlichem Teil der Insel Santo Domingo, damals als eine ertragreiche Kaffee Region bekannt. Die einigermaßen geordneten Zustände auf der Insel gingen später durch Sklavenaufstände verloren. Plumier konnte sich zu seiner Zeit aber noch frei und uneingeschränkt bewegen und von dieser Möglichkeit hat er reichlich Gebrauch gemacht. Von seinen Forschungsreisen brachte er nicht weniger als 924 neue Pflanzenarten nach Europa. Davon über 100 neue, von ihm geschaffene Gattungen, deren Namen er entweder von Eingeborenen Bezeichnungen oder von den Eigennamen bedeutender Männer herleitete. Bei den letzteren hat er immer eine kurze Biographie hinzugefügt. Zu Erinnerung an den Hafenkommandanten (Intendant) von Marseille, Begon, nannte er eine neue Pflanzengattung "Begonia". Dass Plumier nicht nachtragend war beweist die Tatsache, daß er einer anderen Pflanzengattung den Namen seines ersten Reisegenossen, mit dem er später verfeindet war, "Suriana" gab.

Auf dem Vorgebirge von Santo Domingo entdeckte Charles Plumier 1695 auf seiner dritten Forschungsreise eine neue Pflanze die er in seinem 1703 erschienen Werk "Nova plantarum Americanarum genera" genau beschrieb. Er nannte sie zu Ehren des deutschen Botanikers und Mediziners Leonhart Fuchs, "Fuchsia triphylla flore coccinea." Plumier hatte eine ganz besondere Vorliebe für die Farne und ein erheblicher Teil seiner Arbeiten wurde über diese Pflanzengruppe veröffentlicht. Er gilt auch heute noch als einer der wichtigste Autoren der Farnpflanzen.

Die Aufzählung der Pflanzen und seine, mit Kunstfertigkeit ausgeführten farbigen Zeichnungen, beinahe 1700 Stück und 22 handgeschriebene Bände mit Darstellungen von Vögel, Fischen, Reptilien, Krabben und Muscheln, dürften noch heute in der Nationalbibliothek von Paris vorhanden sein. Diese bunten Farbtafeln sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zwar wurde der Versuch unternommen diese Farbtafeln abzuzeichnen, aber das Ergebnis war so kläglich und reichte bei weitem nicht an die Originale heran. Teilweise waren die Kopien so schlecht, daß es bei späteren Vergleichen zu Verwechslungen und Vermischung von nicht zusammengehörenden Dingen gekommen ist