..:: Pflanzen & Hydrokultur - Hydrotip - Leonhart Fuchs ::..

Leonhart Fuchs

Nach ihm wurde die Fuchsia benannt

von Maria Mail-Brandt


In Wemding /Schwaben geboren, studierte er an der Marienschule in Erfurt und wurde 1526 Professor an der Universität von Ingolstadt, an der er 1524 zum Doktor der Medizin promoviert hatte. Später als Leibarzt des Markgrafen Georg von Brandenburg in Ansbach studierte er die Schriften von Hippokrates, Dioskurides und Galen. An der Universität in Tübingen wirkte er als Professor von 1535-1566 und reformierte in dieser Zeit den gesamten Lehrbetrieb. Er bestand darauf, nach den Originalschriften der antiken Mediziner zu arbeiten statt nach den teilweise verfälschenden Übersetzungen ins Arabische.

Fuchs war der erste Hochschullehrer der Universität, der für die angehenden Ärzte botanische Exkursionen anbot. Er führte die Studien am Objekt und Standort ("Statt irer wachsung") ein, während es zuvor nur Vorlesungen im engsten Sinne des Wortes gab. Auch legte er einen der ersten botanischen Gärten in Deutschland an. Er zählt neben Bock und Brunfels zu den 3 sogenannten "Vätern der Botanik".


Das"New Kreüterbuch" oder "New Kreuterbuch“ erschien in lateinischer Sprache 1542 (De historia stirpium commentarii", übersetzt "Kommentare zur Geschichte der Pflanzen"), die erste deutsche Übersetzung 1543. Dieses klassische Werk der botanischen Literatur enthielt eine systematische Darstellung von rund 400 Wildgewächsen und über 100 Nutz- und Zierpflanzen, zum ersten Mal methodisch beschrieben - mit der Berücksichtigung des Standortes, mit botanischen Beschreibungen, Blütezeiten und medizinischen Verwendungsmöglichkeiten ("Krafft und Würckung".)

Er hatte die von den "alten Griechen" empfohlenen Heilpflanzen in der hiesigen Flora zu finden versucht und schuf dabei durch den peniblen Vergleich von Pflanzen verschiedener Standorte die Grundlage der heutigen Botanik als Wissenschaft. Fuchs verwendete zwar noch nicht Begriffe wie Art, Gattung oder Familie, doch war er sich im Klaren über die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen ähnlich aussehenden Pflanzen. Es läßt sich heute nachweisen, daß der berühmte Schöpfer der botanischen Systematik, Carl von Linné in vielen Fällen die von Fuchs gewählten Namen übernommen hat.


Illustriert war sein Kräuterbuch, das somit vor allem die damalige Flora rund um Tübingen darstellt, mit 512 meisterhaften Holzschnitten. Als eines der frühesten gedruckten Bücher enthält es die Porträts der Illustratoren (Heinrich Füllmauer und Albert Meyer (Zeichner), Veit Rudolph Speckle (Holzschneider). Die Bilder bestechen vor allem durch die Exaktheit der Wiedergabe, wenn man bedenkt, daß den Künstlern und Wissenschaftlern der damaligen Zeit ja keine Sehhilfen wie etwa Lupen zur Verfügung standen.Michael Isengrin aus Basel brachte es heraus; damals waren die Basler Antiqua- und Antiquakursivtypen in ganz Europa verbreitet, sogar in Italien, der Heimat dieser Schriften. Leonhart Fuchs verfasste noch über 50 Bücher und Streitschriften. Er starb in Tübingen am 10. Mai 1566.


Nach Fuchs ist die südamerikanische Onagraceen-Gattung Fuchsia benannt; entdeckt 1696/97 auf Santo Domingo in der Karibik durch den französischen Naturwissenschaftler Pater Charles Plumier. Dem Brauch der damaligen Zeit folgend, benannte er die reizvolle Pflanze nach einem berühmten Botaniker und veröffentlichte im Jahre 1703 die erste Beschreibung bzw. Zeichnung der "Fuchsia triphylla, flore coccineo". Fuchsienblüten schmücken die Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Wemding im Nördlinger Ries.

Die Deutsche Post hat eine Briefmarke zum Gedenken an den heutigen 500. Geburtstag herausgegeben mit einer Abbildung des Indianischen Pfeffers aus dem Buch. Diese Paprika-Pflanze, die er als "Chalechutischer Pfeffer" aufführt, ist eines der Beispiele, an denen sich nachvollziehen läßt, welche Pflanzenarten aus Mittel- und Südamerika bereits ihren Weg nach Mitteleuropa gefunden hatten.

Berlin, den 25. November 2003


• Textquelle: www.garten-literatur.de
• Bildquelle: Universität Tübingen
• Entwurf für das Kräuterbuch: (Österr. Nationalbibl. Wien)
• "Taschenbuchausgabe" des Kräuterbuchs: von 1595 (UB Tübingen)

Neue Artikel

Grüne Veranstaltungen